das Vorbereitungs-Team

 



Weltgebetstag 2011

Weltgebetstag im Michaelishaus

Jeweils am ersten Freitag im März feiern christliche Frauen in über 170 Ländern den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag. Die Liturgie verfassen jeweils Frauen eines Landes für die ganze Welt.

Auch im Michaelishaus im Dobrock wurde dieser Gottesdienst gefeiert. Das Land Chile lag ausgestreckt in seiner langen Form inmitten des Michaelishauses. Ein Land, das sich über 4725 km von Nord nach Süd erstreckt und dabei zwischen 90 und 440 km breit ist. Ein Land der Wüsten im Norden, des Hochlandes, der Vulkane, der Anden, der unzähligen Flüsse und Seen, der Fjordlandschaften im Süden und der durch die verschiedenen Landschaftsformen bedingten vielen Klimazonen. Das Weltgebetsland Chile ist das reichste Land Südamerikas, aber auch das Land der extremen gesellschaftlichen Gegensätze. Ein Land der verschiedenen Kulturen und ein Land, das noch unter den Folgen der Diktatur von Pinochet leidet. Dazu wurde es 2010 von einem schweren Erdbeben heimgesucht.

Brot ist das wichtigste Nahrungsmittel in Chile, es wird zu allen Mahlzeiten gereicht. „Wie viele Brote habt ihr?“ diesen Titel haben die chilenischen Frauen ihrer Gottesdienstordnung für den Weltgebetstag 2011 gegeben. Dieser Frage wurde im Michaelishaus in anschaulicher Weise nachgegangen, in dem Brötchen auf die verschiedenen Kontinente aufgeteilt wurde: Die Spanne reichte von 1/3 Brötchen pro Kopf in Asien und 10 Brötchen pro Kopf in Nordamerika (Europa und Australien lag mit 5 pro Kopf an zweiter Stelle) Wirklich eine ungerechte und ungesunde „Aufteilung“. Was tun wir, um für Gerechtigkeit in der Verteilung der „Brötchen“ zu sorgen?

Wie viele Brote habt ihr? fragte Jesus seine Jünger, die ratlos vor den 5.000 Hungrigen standen und ermutigte sie zum gesegneten Teilen der geringen Brotvorräte. Und alle wurden satt.

Wie handeln wir in unserem reichen Land? Geben wir von unseren 5 Brötchen etwas ab oder bemerken wir nicht, dass Andere nur 1/3 Brötchen haben? Fühlen wir uns verantwortlich oder schieben wir diese Verantwortlichkeit vielleicht weg? Übrigens: in Chile hat der Weltgebetstag seit 1975 116 Projekte mit knapp 1,2 Mio. € unterstützt. Geld, das für das sog. „Frauenempowerment“ eingesetzt wird: für Bildung, Vernetzung, Selbstorganisation …

Nach dem Gottesdienst gab es „Kirchenkaffee“ mit verschiedenen Brotsorten (in Anlehnung an das Thema). Auch waren Produkte Chiles ausgestellt.
Vielen Dank für Euren Beitrag, liebes Team (E. Wieckhorst, M. t. Suden, I. Menke, K. Gabel, S.Schumacher, H. Scheelen-Schmidt, B. Käckell-Siegler) zum Weltgebetstag! Er ist wichtig für die Gemeinde und für die Solidarität mit den Frauen der Welt, also für uns alle. Wer sich mit der Lage der Frauen der Dritten Welt auseinandersetzt, weiß Euren Beitrag umso mehr zu schätzen.

Ute Schlichtmann