Kurz, bündig und mit einer kräftigen Prise Dramatik zu dem Thema: “Wut, Zorn, Rache“ so präsentierten Erna Wiekhorst, Irene Menke, Tanja Klindwort und Karin Gabel den Frauensonntag am 17.10.2010, zu dem ausdrücklich auch Männer eingeladen waren (aber nur wenige gekommen sind, leider).
Der Gottesdienst begann mit einem Vers des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom: „Rächt euch nicht selbst, sondern gebt dem Zorn Gottes Raum; denn es steht geschrieben: die Rache liegt in meinen Händen, ich werde alles Unrecht vergelten, spricht der lebendige Gott (Röm 12,19). Das Thema des alljährlich stattfindenden Frauengottesdienstes wird von der Landesarbeitsgemeinschaft des Frauenwerkes festgelegt. Zentrales Thema: das Gefühl der tiefen Verzweiflung, Hilflosigkeit, Verletztheit und die Beantwortung der Frage: Wie gehe ich damit um? In einer Klage bringen wir zuerst Wut und Ängste vor Gott. Im Zuspruch erfahren wir dann Hoffnung und im Danken und Loben merken wir, wie Wut und Ängste überwunden werden
„Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe…“
Der Psalm 59, der die Verzweiflung Davids in der Situation, als Saul ihn töten lassen wollte, beschreibt, stand im Zentrum des Gottesdienstes. Er macht deutlich, dass extreme Ängste und Bitten vor Gott gebracht werden, um neue Hoffnung und Zuversicht schöpfen zu können, um sich in Gottes Schutzraum zu begeben.
Den eigenen Zorn zulassen zu können, ebenso wie auch Rachegefühle, Verletzungen und Ängste wichtig zu nehmen, Unrecht und Gewalt erkennen, um dann zur Versöhnung und zum Frieden zu gelangen.
Ein Beispiel dafür zeigte das eindrucksvolle Rollenspiel, in der Frauen eine Dritte so diffamierten, dass diese völlig mut- und energielos verharrte bis zu dem Punkt, an dem sie ihre Wut herausschrie und vor Gott brachte. Die Gewalt der Sprache, die hier eine Person verletzte, war eindrucksvoll unter diesen Frauen zu beobachten – vielleicht, weil sie eine realistische, alltägliche Gewaltanwendung ist, die wir gar nicht so wahrnehmen? Die Betroffenheit der Gottesdienstbesucherinnen war deutlich zu spüren.
Viele Besucherinnen nahmen das Angebot einer anschließenden Gesprächsrunde bei Kaffee, Tee und Gebäck an, um sich über den Gottesdienst und seine Inhalte auszutauschen.
Ute Schlichtmann, Cadenberge
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