Anlässlich unserer Gnaden-, Diamanten- und Eisernen Konfirmation am 23.Oktober 2011 begann Pastor Hitzegrads Predigt wie folgt:

"Erinnerungen prägen diesen Tag, Erinnerungen an die Konfirmation und Konfirmandenzeit, Erinnerungen natürlich an alte Freunde und Freundinnen, die Sie heute wiedersehen, die Sie vielleicht nicht gleich erkannt haben, weil die Zeit doch schon so lange her ist - oder Sie müssen neue Namen lernen, der Mädchenname gilt nicht mehr, auch das gehört zu den Veränderungen der Zeit.
Erinnerungen - nicht nur an die Konfirmandenstunde, den Pastoren, die Heimatkirche, die harten Bänke, die Sie damals drücken mussten, die heute auch nicht weicher sind, warum sollte es da den jüngeren Konfirmandenjahrgängen besser gehen ? Erinnerungen auch an die Zeit danach, die 60 oder mehr Jahre, die Zeit vieler Umbrüche in Ihrem Leben, die Zeit vieler Umbrüche in unserem Land. 60 Jahre und mehr - Sie werden sich fragen:
"Wo ist die Zeit geblieben?"
"Was hat mein Leben in dieser Zeit ausgemacht und geprägt?"
"Wer ist bei mir geblieben in all diesen Jahren, wer ist gegangen, wer musste gehen?"
"Ist der Segen Gottes bei mir geblieben, den ich damals unter Handauflegen, kniend vor dem Altar von meinem Pastoren empfangen habe?"

Erinnerungen, begleitet mit der neugierigen, aber ehrlichen Frage -
WIE GEHT ES DIR ?
Abtastend, weil über die freudigen Erlebnisse über eventuelle Schicksale des Anderen, wenig oder nur etwas bekannt war.
WIE GEHT ES DIR ?
Eine ehrliche oft benutzte Frage vor dem Gottesdienst im Gemeindehaus. Eine Frage, die im täglichen Leben oft nur dazwischen geworfen oder dahin gesprochen wird, um zu zeigen, dass zwischen den ernsten Gesprächen, zwischen üblichen Auseinandersetzungen oder in der Hektik, noch etwas Menschenfreundliches vorhanden ist. Oder es wird mit dieser Frage vertuscht, dass der Name im Moment weg ist und dabei nachdenkt.
WIE GEHT ES DIR ?
Was hat das Leben meiner Mitkonfirmandin, meines Mitkonfirmanden ausgemacht und geprägt? In dieser halben Stunde im Gemeindehaus kamen wir uns wieder näher und lernten uns teilweise nach vielen Jahrzehnten neu kennen. Wir wurden wieder zu einer Konfirmandengruppe, die auf einem gemeinsamen Weg bei Sonnenschein die Kirche feierlich betrat.

"Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten" (Röm. 12.21)



 



Die Jahreslosung für das Jahr 2011, die wir auch mit unserer Urkunde empfingen. Hierzu Pastor Hitzegrad in seiner Predigt abschließend.

"Paulus mutet uns mit seiner Aufforderung, das Böse mit Guten zu überwinden, eine Menge zu. Er traut es uns auch zu. Weil wir im Vertrauen auf Gottes Güte leben dürfen. Das Böse ist immer und überall. Wir setzen dem entgegen: Die Güte Gottes ist immer und überall. Das galt damals bei Ihrer Konfirmation, das gilt heute noch genauso - und dieser Zuspruch soll Sie begleiten an jedem neuen Tag. Amen."

WIE GEHT ES DIR ?
Diese oder ähnliche Fragen wurden beim anschließenden Mittagessen und bei Kaffee und Kuchen noch oft in fröhlicher Runde zum Erinnerungstausch.

Den Mitarbeitern, die diesen schönen Tag vorbereiteten wurde bereits gedankt. Herrn Pastor Hitzegrad, der uns wie ein durchgängiger Faden durch diesen wunderbaren unvergesslichen Tag führte, der uns mit seiner nachdenklichen, aber auch aufmunternden Predigt den weiteren Lebensweg aufzeigte, möchte ich auch im Namen aller Konfirmandinnen und Konfirmanden ganz herzlich danken.

Aus meiner kleinen plattdeutschen Bibel möchte ich persönlich einen Ausschnitt, den ich immer bei mir trage mit auf den weiteren Weg geben.

Sett dien Tovertruun up em!
He bringt dat allens torecht.
Hool still, wenn Gott di an de Hand nimmt,
un tööv dat ruhig af, wat he mit di vörhett!

WIE GEHT ES DIR ?

In der Hoffnung diese Frage bei der nächsten Konfirmation stellen zu können - ein Dankeschön allen Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Herbert Butt