Unser Gottesdienst in Solidarität mit Frauen am 19. Okt. 2008 liegt nun schon eine Weile hinter uns. Zum 7. Mal haben wir Frauen um Erna Wieckhorst uns auf dieses Wagnis eingelassen. Wagnis insofern, weil man anfangs nicht weiß, was dabei herauskommt. Und so staunen wir jedes Mal.

Das diesjährige Thema „Barmherzig und Gerecht?“ auf der Grundlage des bekannten Gleichnisses von den fünf törichten/naiven/einfältigen/dummen und den fünf klugen/schlauen/verständigen/umsichtigen Jungfrauen oder jungen Frauen hat uns doch mehr beschäftigt als gedacht.
Denn – wir hatten ein exegetisches Problem.

Wie schon oben mit den unterschiedlichen Attributen bezeichneten Jungfrauen angedeutet, ist jede Übersetzung immer auch gleichzeitig eine Interpretation.
Welcher Deutung gebe ich den größten Stellenwert? Und weshalb?
Will nun das Gleichnis zeigen, wie es im Himmelreich sein wird (gleich sein) oder will es den Unterschied hervorheben, indem es v e r glichen werden soll mit unserer Lebenswirklichkeit? Das Verb „homoiothäsetai“ im griechischen Urtext hat beide und noch mehr Bedeutungen.
Will das Gleichnis das Himmelreich darstellen – das dann in unserem Verständnis ungerecht wäre und unbarmherzig, oder will es uns den Spiegel vorhalten und u n s e r e Unbarmherzigkeit, Rücksichtslosigkeit, Egozentrik, unser unsolidarisches Verhalten deutlich machen?

In diesem Sinne haben wir es verstanden.

Und so werden wir auch das 8. Wagnis im nächsten Jahr am 3. Sonntag im Oktober wieder angehen und freuen uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher.
Gedankt sei noch einmal den Konfirmandinnen (s. Photos), die als eben diese Jungfrauen aufgetreten sind.

Im Namen aller Beteiligten – Brigitte Käckell-Siegler