Nachruf auf Ernst Johann Langner

Am 21. Mai verstarb Herr Ernst Langner im gesegneten Alter von 96 Jahren. Sein Name ist weit über unseren Ort Cadenberge hinaus bekannt geworden. Er stand im Licht der Öffentlichkeit, nachdem er im Jahr 1933 das Einzelhandelsgeschäft von seinem Vater, dem Kaufmann und Sparkassenrendanten Ernst Langner übernahm und in der Folgezeit ständig erweiterte.

Superintendent Jantzen schreibt in seiner zweibändigen Chronik des Kirchspiels Cadenberge: „Ernst Langner errichtete das Ela-Bekleidungswerk und holte damit den ersten Industriebetrieb in unseren Ort und verschaffte damit hunderten von Einwohnern Arbeitsplätze, die damals vor allem auch Flüchtlingen zugute kamen.”

Anlässlich von Geburtstagen älterer Gemeindeglieder und in Trauergesprächen mit Angehörigen von Verstorbenen spürte ich immer wieder, dass sie mit Respekt und Dankbarkeit auf die Zeit zurückblickten. Die angestellten Mitarbeiter fühlten sich nicht nur als genutzte Arbeitskräfte, sondern spürten auch viel mitmenschliche Zuwendung von Ernst Langner, ihrem Arbeitgeber.

Danksagen möchte aber auch die Kirchengemeinde Cadenberge. Ernst Langner war von 1963 bis 1973 Kirchenvorsteher. Sup. Jantzen: „Herr Langner ist uns mit seinen Kenntnissen in der Zeit seines Mitarbeitens im Kirchenvorstand stets eine große Hilfe gewesen.”Im Jahr 1965 überraschte er die Kirchengemeinde mit einem großen, kostbaren Geschenk: Auf einer seiner Reisen entdeckte Ernst Langner in einer Antiquitätenhandlung in Freiburg im Breisgau einen alten Taufstein aus oberitalienischem Sandstein aus dem Anfang des 17.Jahrhunderts, den er der St.-Nicolaigemeinde stiftete und der mit seine Arkantusranken ein wahres Schmuckstück in der Kirche ist.

Ernst Langner war darüberhinaus ein Freund und Gönner des wohl kostbarsten Schatzes in St.-Nicolai - der berühmten Glogerorgel. Bis zu ihrem Umzug nach Cuxhaven im Jahr 2001 waren Langners immer unseren Gottesdiensten verbunden geblieben. Wir danken Gott für Ernst Langner und wollen ihn nun in Gottes Hand wissen, die niemanden fallen lässt. Wir grüßen seine Gattin, die seit ihrem Umzug in ein Wohnstift im vergangenen Jahr in Mölln lebt und der unser Mitgefühl nach dem Tode ihres Ehemannes gilt.

Fritz Brandt