im Michaelishaus

Eine lange Ära geht zu Ende: 21 Jahre war Irma Mittmann die „gute Seele” im St. Michaelishaus. Nun beendet sie ihren Dienst aus Krankheits- und Altersgründen und gibt die Aufgabe der Küsterin ab in die Hände einer Jüngeren: Anja Söhl.

Vor 21 Jahren gab es das St.Michaelishaus noch gar nicht. Damals fanden die Gottesdienste im dreiwöchigen Rhythmus im Dorfgemeinschaftshaus statt. Die Vorgängerin von Irma Mittmann war Käthe Loock aus Westerhamm, die zugleich auch dier erste Vorsitzende des DRK in der Wingst war. Käthe Loock kam zu den Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen herüber und brachte dann auch die Blumen für den Altar aus dem Bugenhagenhaus mit - schon damals wurde gespart!
Als Frau Look ganz plötzlich verstarb, fragte Pastor Magdanz Irma Mittmann, ob sie die Aufgabe übernehmen könnte. Und sie tat es mit ihrer ganz eigenen Freundlichkeit und Liebe zum Detail. Mit einem Lächeln wurde man von ihr zum Gottesdienst begrüßt, eine Kerze stand im Vorraum, und machte das St.Michaelishaus warm und herzlich.

Als das St.Michaelishaus 1990 gebaut wurde, kamen größere Aufgabe auf Irma Mittmann zu. Sie war froh, dass die Reinigung und die Pflege des Außengeländes aufgeteilt werden wurde. So konnte sie sich ganz auf den Küsterdienst konzentrieren. Und Küsterdienst im St.Michaelishaus bedeutet: Stühle rücken, Tische schleppen, Kaffee kochen, Heizung anstellen und den Räumen eine einladende Atmosphäre verleihen. Als die Reihe der „Gottesdienste in anderer Form” im St.Michaelishaus stattfand, da wurde die Geduld der Küsterin oft auf die Probe gestellt, weil alles umgebaut wurde. Aber Irma Mittmann hatte ihre Freude daran. Auch an der Ausgestaltung des Tischabendmahl an den Gründonnerstagen oder die Gottesdienste zum Weltgebetstag. Immer war Irma Mittmann beim Vorbereiten mit dabei - und natürlich hinterher: abwaschen, abwaschen, abwaschen. Und trotzdem erinnert sich die scheidende Küsterin an die großen Ereignisse besonders gern: Die Einweihung des St.Michaelishauses, als die Gäste aus der Partnergemeinde mit einem Bus anreisten, das 10jährige Jubiläum mit einer ganzen Festwoche oder auch die Hochzeit von Pastor Riesebeck und seiner Frau Martina.

Ein Wort aus dem Lobgesang der Maria verbinde ich mit der „guten Seele” vom St.Michaelishaus: „Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes!” Ich glaube, so hat Irma Mittmann ihren Dienst verstanden. Herzlichen Dank dafür. Mit ihr gemeinsam endet auch die Pflege der Außenanlagen durch Gerd Lafrenz. Beide, Karin und Gerd Lafrenz, hatten die Betreuung seit dem Bau des Hauses übernommen. Gerd Lafrenz hatte in den letzten Jahren schon immer gesagt: „Wenn Irma aufhört, dann höre auch ich auf!” Nun ist es soweit: Auch Gerd und Karin Lafrenz für ihren Einsatz beim St.Michaelishaus ein herzliches Dankeschön.Beide Aufgaben wird in Zukunft keine Unbekannte übernehmen. Am Dobrock und darüber hinaus ist sie gut bekannt - und knüpft auch an ihre Vor-Vorgängerin an. Wie Käthe Look leitet auch Anja Söhl das DRK in der Wingst - und nun wird sie auch die „gute Seele” im St. Michaelishaus sein und sicherlich ihren ganz persönlichen Stil auch in ihre Arbeit mit einbringen. Dafür viel Freude - und Gottes Segen, damit das Haus und die Arbeit dort weiterhin vielen Menschen zum Segen wird.

Bert Hitzegrad