Wer kannte sie nicht, der in den letzten 20 Jahren im St. Michaelishaus ein- und ausgegangen oder auch nur einmal zu Besuch gewesen ist? Irma Mittmann hat die Atmosphäre dort, in „ihrem“ St. Michaelishaus, als Küsterin sehr mitgeprägt. Sie war der gute Geist des Hauses, hat mit ihrer stets freundlichen Art die Menschen begrüßt, die ins Haus kamen und hat immer darauf geachtet, dass alles in Ordnung war.

Wenn das Haus voll war, bei den Vorstellungs- und Schulanfängergottesdiensten etwa, oder wenn für die Gottesdienste in anderer Form und an den Weltgebetstagen alles umgeräumt wurde oder auch in der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Pastoren, denen sie die Geburtstage immer mit einer Torte nach Wunsch versüßte, bewahrte sie Gelassenheit und Geduld und unterstützte, wo sie konnte. Sich um das St. Michaelishaus und um die Menschen, die dorthin kamen, zu kümmern, war ihr ein Stück zur Lebensaufgabe geworden, so dass sie manch einer den ‚Engel vom Dobrock‘ nannte, wenn er von ihr sprach. Und dabei hatte sie ihre Aufgabe als Küsterin um Grunde schon vor dem Bau des Michaelishauses begonnen, Ende der 80er Jahre, als sie an Stelle von Käthe Loock für die äußere Gestaltung der Gottesdienste sorgte, die zu der Zeit noch im Dorfgemeinschaftshaus stattfanden.



 



Aber nicht nur in ihrem offiziellen Amt als Küsterin wirkte sie in unserer Kirchengemeinde, sondern an weiteren Stellen. Sie war Mitglied in einem Gesprächskreis, sie gehörte zum Besuchsdienst-Kreis und besuchte im Rahmen dieser Aufgabe viele Menschen im Ortsteil Dobrock. Nicht zuletzt war sie lange Jahre, zusammen mit Erna Wieckhorst, an jedem 2. Mittwoch im Monat für den Frauenkreis Dobrock verantwortlich. Auch hier sorgte sie für eine gute Atmosphäre, hatte die jeweiligen Geburtstage im Blick und organisierte die jährlichen Tagesausflüge mit.

In den letzten Jahren war es ruhiger um Irma Mittmann geworden. Vor etwa drei Jahren hatte sie ihr Küsteramt aufgegeben und hatte sich mehr und mehr zurückgezogen. Gesundheitliche Beschwerden erlaubten es ihr nicht, sich weiterhin so wie gewohnt zu engagieren und zu beteiligen. Nun ist sie ans Ende ihrer Wege hier auf der Erde gekommen. Zusammen mit ihrer Familie sind wir traurig, dass sie nicht mehr unter uns ist.

Am 9. September haben wir uns in einer Trauerfeier in „ihrem“ St. Michaelishaus an ihr Leben und an unsere Zeit mit ihr erinnert und haben von ihr Abschied genommen. Dabei standen Worte des 23. Psalms im Mittelpunkt:

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich.

Wir vertrauen darauf, dass Gott auch im Tal ihres Todes bei ihr war und sie sich nicht zu fürchten brauchte, in der Hoffnung, dass sie sehen kann, worauf wir noch hoffen. Wir vermissen sie und sind zugleich dankbar, dass wir sie hatten und für das, was sie getan hat.

Jens Monsees