Rückblick des Kirchenvorstandes

Es ist jetzt bald 34 Jahre her, dass sich Barbara Preihs, damals noch Diakonin in Soltau in der Kirchengemeinde auf die frei gewordene Stelle eine Gemeindediakons beworben hat. Genau genommen schickte sie ihr Bewerbungsschreiben am 29. Mai 1975 an den Kirchenvorstand unserer Kirchengemeinde. Dann dauerte es noch etwa mehr als ein halbes Jahr, bis sie dann am 01. Januar 1976 ihren Dienst antrat.


Seitdem ist sie eine feste Größe für die Jugendarbeit in der Kirchengemeinde. Viele Kreise für und mit Kindern und Jugendlichen sind auf ihre Initiative hin entstanden. Sie trugen dazu bei, dass diese in Kontakt mit ihrer Kirchengemeinde kamen oder nach ihrer Konfirmationen diesen behielten. Dabei bemühte sie sich immer wieder, jugendliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Das war nicht einfach, denn Jugendarbeit ist ein Bereich der Gemeindearbeit, bei dem man sich über jeden neue Mitarbeiterin, jeden neuen Mitarbeiter freut, dann aber schon nach nicht all zu langer Zeit erleben muss, dass diese aufgrund einer beruflichen Ausbildung oder eines Studiums nicht mehr zur Verfügung stehen. Das war sicher immer wieder eine frustrierende Erfahrung ihrer Tätigkeit in der Kirchengemeinde.

Wir haben Barbara Preihs als „Märchentante“ in unseren Gottesdiensten für und mit Kindern schätzen gelernt. Es gibt kaum jemanden, der so eindrücklich und lebendig Geschichten für Kinder erzählen kann, so gut, dass auch Erwachsende gerne zuhören. Dazu hat sicher auch ihre Tätigkeit in den Kindergottesdiensten beigetragen, um den sie immer sehr bemüht war. Wir können kaum abschätzen, wie viele mittlerweile erwachsen gewordene Gemeindeglieder in ihrer Kinder- und Jugendzeit an Freizeiten teilgenommen haben, die von Barbara Preihs organisiert und, oft unter Mithilfe ihres Mannes Christian Müller-Preihs und ihrer Kinder durchgeführt wurden.

Zu ihrem Tätigkeitsfeld gehörte seit vielen Jahren die Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises, deren Vorsitzende sie lange Zeit war. Für diese Aufgaben war sie mit der Hälfte ihrer Stundenzahl von ihren Aufgaben in der Kirchengemeinde freigestellt. Wir haben sie in dieser Funktion als jemanden mit sehr viel Kompetenz in arbeitsrechtlichen Dingen wahrgenommen, die sich dabei sehr dezidiert für die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzte, andererseits aber auch Verständnis für die manchmal schwierige Situation der Kirchengemeinde als Arbeitgeber zeigte.

In all den Jahren, in denen ich ihre Arbeit aus Sicht des Kirchenvorstandes begleitet habe, habe ich sie als jemanden erlebt, die mit sehr viel Zuversicht und Humor an ihre Arbeit ging, dabei herrlich lachen konnte, obwohl gesundheitliche Probleme dem oft entgegen standen. Letztere haben sicher auch dazu beigetragen, dass Barbara Preihs 2004 einen Antrag auf Altersteilzeit stellte. Ab dem 31. Mai dieses Jahres tritt sie nun im Rahmen des sog. Blockmodells in die Freiarbeitsphase ein. Bis zur „ordentlichen“ Rente muss sie dann noch fünf Jahre warten.

Wir alle wussten seit Jahren, dass mit dem Weggang von Barbara ihre Stelle nicht wieder besetzt werden würde. Sie trug seit vielen Jahren den sog. „KW“-Vermerk (für „künftig wegfallend“). Deshalb mahnte sie seit Jahren im Kirchenvorstand an, über die Zeit ab 31. Mai 2009 nachzudenken. Das hat er mit dem Gedanken an einen Förderverein getan, der dazu beitragen soll, dass Barbaras Arbeit fortgesetzt werden kann.
Dafür, dass wir sie 34 Jahre lang genießen durften, sagen wir: Vielen Dank, Barbara!
Für den Kirchenvorstand
J. Stelling



Barbara Preihs sagt „Adieu”

Eigentlich sollte meine Arbeit in der Kirchengemeinde Cadenberge nur eine Zwischenlösung sein! Ich hatte drei Jahre in der Kirchengemeinde St. Johannis in Soltau gearbeitet und war mir nicht sicher, ob ich weiterhin als Diakonin arbeiten wollte oder doch auf die pädagogische Hochschule nach Hannover gehen sollte, um Lehrerin zu werden. Ich hatte mir längstens drei weitere Jahre zum Ziel gesetzt, dann sollte die Entscheidung gefallen sein.

Also begann ich am zweiten Januar 1976 meinen Dienst in Cadenberge bei starkem Sturm, der zum Orkan wurde und eine Sturmflut mit sich brachte. Gott sei Dank bekam ich keine nassen Füße und meine Angst hielt sich durch nachbarliche Beruhigung in Grenzen. Ich weiß nicht, ob ich sonst in einer so gefährlichen Gegend geblieben wäre oder nicht schon am dritten Arbeitstag wieder meine Koffer gepackt hätte. Doch es ging weiter: Bei meinem ersten Gottesdienstbesuch in der Cadenberger Kirche begann der Tannenbaum zu brennen und zu meiner Einführung am Sonntag später fiel die Heizung in der Kirche aus - es war bitterkalt.

Nach solchem Empfang bin ich dann aber nicht drei sondern fast drei und dreißig Jahre in Cadenberge und in der Wingst geblieben. Ich habe nicht in das Lehrfach gewechselt sondern bin Diakonin geblieben, habe geheiratet und zwei Kinder bekommen. Ich habe mit vier Superintendenten und acht Pastoren zusammengearbeitet und sieben Kirchenvorstände waren meine Arbeitgeber.
Die Zeit hier war wie das Küstenwetter: stürmisch und regnerisch, aber auch mit sehr viel Sonne und Wärme! Im Rückblick habe ich es nicht bereut hier geblieben zu sein, denn es gab immer Menschen, die mir den Rücken gestärkt haben, mir Mut gemacht haben und eine große Hilfe waren. Dafür bin ich riesig dankbar, denn ohne die Hilfe und Mitarbeit so Vieler hätte ich meine Arbeit nicht tun können. Ich sage Dank all denen, die mir zur Seite gestanden haben! Ich bin froh, dass es Euch gibt ( und gab).

Jetzt freue ich mich auf eine Zeit ohne dienstliche Verpflichtungen! Ich bin gespannt was alles auf mich zu kommt, was ich tun — und was ich lassen werde! Ich bin dankbar für die Zeit die war und voller Hoffnung und Freude auf die Zukunft.
Ich wünsche allen Gemeindegliedern ein herzliches und fröhliches Adieu!

Eure und Ihre Barbara Preihs





B. Preihs inmitten ihrer Konfirmanden