Käthe Brandt sagt: Danke

Das Abschiedsfest ist zu Ende. Was war das für ein schöner Tag. So viele Menschen waren gekommen, um Abschied zu nehmen. Ich danke allen, die gekommen sind. Es war fast wie Weihnachten!

Ganz herzlich möchte ich mich bedanken bei allen, die im Gottesdienst mitgewirkt haben: Ich danke Hilmar Menke und den beteiligten Pastoren für den schönen Gottesdienst. Für die musikalische Gestaltung danke ich Kai Rudl mit der Kantorei und dem Posaunenchor. Und bei Fritz Baltruweit mit Sebastian und Valentin Brandt bedanke ich mich ganz herzlich, die extra aus Hildesheim und Lüneburg angereist sind.

Meine Gefühle sind gemischt: Einerseits fällt mir der Abschied von der Claus-Meyn-Straße 1 nicht leicht, andererseits freue ich mich auf den Ruhestand. Ich danke allen, die mir geholfen und beigestanden haben in all den Jahren und für ein gutes Miteinander mit ihnen. Auch wenn ich jetzt in Bremervörde lebe, werde ich Cadenberge nicht vergessen. Wie könnte ich. Meine alte, fast 93jährige Tante Frieda lebt hier und viele Freunde bleiben hier in der Gemeinde und im Kirchenkreis. Mindestens einmal in der Woche werde ich mich auf den Weg nach Cadenberge machen und in der Kantorei mitsingen. Zur Zeit übt Kai Rudl das Brahms-Requiem mit uns ein, und das möchte ich im November mitsingen.

Ich danke auch allen, die den Empfang im vollbesetzten St.-Michaelishaus Dobrock vorbereitet und zum Gelingen des Festes beigetragen haben. Und - nicht zuletzt - danke ich für alle guten Worte, vielleicht war es ein wenig zu viel des Guten. Und nun sitzen wir in unserem Haus in einem Blumenmeer und haben die vielen Geschenke vor Augen. Der wunderschöne Wandteppich, den Raimund Adametz aus Oberndorf gewebt hat, hat schon seinen Platz gefunden. Danke für die vielen Wohltaten: für alle Blumen und Geschenke und alle warmherzigen Wünsche in Wort und Schrift.
Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott uns fest in seiner Hand.
Käthe Brandt



und Käthe Brandt geht! 



Abschied von „Käthchen”

Wenn sie am 13. April offiziell in den Ruhestand entlassen wird, dann war sie über 45 Jahre „Ephorelle” (Ephoralsekretärin) im Büro des Kirchenkreises.

In dieser Zeit hat sie vier Superintendenten als Vorgesetzte gehabt und einen von ihnen geheiratet. Aber auch etliche Pastoren und viele andere Mitarbeiter sah sie kommen und gehen. Zwei Dinge zeichnen Käthe Brandt besonders aus: Ihre enormes Wissen, das sie sich über Akten, Gemeindeglieder und Pastoren im Laufe der Jahre angeeignet hat, und ihre strahlende Freundlichkeit zu jeder Zeit (auch schon morgens um 7.00 Uhr) auf ihrem Gesicht. Vielleicht liegt s einfach an dieser Freundlichkeit (nur selten war es zu erleben, dass sie mal richtig verärgert war - z.B. wenn ihr Computer nicht so wollte wie sie ...), dass sie nur „unser Käthchen” heißt. Und nun ist es soweit ...

Am besten sie schreibt selbst, wie es war, ’45 Jahre Ephoralsekretärin” zu sein:



Ja, und nun ist es für mich so weit: In ein paar Wochen muss ich Abschied nehmen von "meinem" Büro und allem was dazu gehört. Ich tue das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Am 15. März sitze ich 45 Jahre im Kirchenbüro Claus-Meyn-Str. 1 in Cadenberge.

Was ist nicht alles passiert in dieser Zeit und was hat sich nicht alles verändert. Als ich 1963 ins Kirchenbüro kam, war ich 16 Jahre alt. Gerade war ich frisch mit der theoretischen Büroausbildung in der Handelsschule fertig geworden und hatte natürlich keine Ahnung, wie das so zugeht im "wirklichen" Büroalltag. Pastor Golon aus Lamstedt hatte mir die Stelle "besorgt". Meine Vorgängerin war schon seit fast 4 Monaten nicht mehr da, und Superintendent Jantzen brauchte dringend eine neue Sekretärin. Ich wurde als "Ephoralsekretärin" eingestellt, d.h. als Sekretärin des Superintendenten des Kirchenkreises "An der Oste". Da Superintendent Jantzen gleichzeitig 1. Pastor von Cadenberge war und Vorsitzender des Kirchenvorstandes, habe ich natürlich nicht nur für den Kirchenkreis gearbeitet sondern auch für die Kirchengemeinde. Die Aufgaben konnten gar nicht aufgeteilt werden, denn ich war die einzige Bürokraft und musste alles erledigen, was da anfiel: Post- und Botengänge waren zu machen, Geschäftstagebücher, Kirchenbücher, Gemeindegliederkartei zu führen, Briefe u.a. in die Akten einzuordnen, Kollekten zu zählen, Kindergartenbeiträge abzurechnen, Ahnenforschung zu betreiben, etc. Sogar bei den Haussammlungen wurde ich eingesetzt.

Das "Rentamt" des Kirchenkreises war damals auch in der Superintendentur untergebracht, in den zwei hinteren Räumen. Wenn es die Zeit erlaubte, musste ich auch dort mitarbeiten. Mein Dienst fing auch damals schon um 7.00 Uhr an. Täglich war um halb neun die Morgenandacht im Amtszimmer von Herrn Jantzen. Wir sangen ein Lied und Herr Jantzen las die Tageslosung. Bei dieser Gelegenheit stellte Frau Jantzen fest, dass ich wohl eine ganz gute Stimme hätte. "Käthchen, komm mal nächsten Dienstag mit zum Kirchenchor. Du kannst bei uns schlafen. Dann brauchst du so spät nicht mehr mit dem Zug nach Basbeck zu fahren." (Ich wohnte zu der Zeit bei meiner Schwester und meinem Schwager in Heeßel, später in Hemmoor. Unsere Eltern waren schon verstorben). Und so singe ich seit Mai 1963 in unserem Kirchenchor mit, was mir sehr viel Freude macht.

Wir besaßen damals nur einen Telefonapparat, und der stand bei Superintendent Jantzen im Arbeitszimmer. Mein Büro lag hinter dem Esszimmer von Jantzens. Wenn das Telefon klingelte, sprintete ich durch das Esszimmer, über den Flur ins Amtszimmer. Aber es klingelte damals noch nicht so oft wie heute. Manchmal schaffte ich es trotzdem nicht rechtzeitig den Hörer abzunehmen. Am Telefon musste ich immer sagen: "Hier ist die Sekretärin des Superintendenten des Kirchenkreises An der Oste". Wie oft habe ich mich verhaspelt. Die Leute lachten dann, und ich mochte das Telefon nicht mehr bedienen. Dann haben wir uns einen einfacheren Text ausgedacht: "Superintendentur Cadenberge, Lambrecht". Das ging mir leichter über die Zunge.
Im Mai 1976 ging Superintendent Jantzen in den Ruhestand, und Jantzens zogen nach Bad Bevensen. Es waren schöne 13 Jahre, die ich mit Herrn und Frau Jantzen und der Familie verbracht habe.

Im Sommer 1976 zog Superintendent Brandes mit seiner Familie ins Pfarrhaus I ein. Herr Brandes war mit seinen 35 Jahren der jüngste Superintendent in unserer Landeskirche. Zum 01.01.1977 wurden die Kirchenkreise "An der Oste" und "Land Hadeln" zusammengelegt zu einem großen Kirchenkreis "Land Hadeln". Die Superintendentur blieb in Cadenberge, und ich konnte meine Arbeitsstelle hier behalten. Bald hatten Herr Brandes und ich uns aneinander gewöhnt. Ich stenographierte und tippte Briefe und Berichte zunächst auf der mechanischen Schreibmaschine. Aber nun veränderte sich die technische Ausstattung. Mein Büro wurde immer moderner. Welch ein Fortschritt, als ich eine elektrische Schreibmaschine bekam und dann gar eine Bildschirmschreibmaschine mit Diskettenstation. Um diese bedienen zu können, musste ich zwei Tage nach Hamburg fahren zu einem Einführungskursus. Heute können wir uns ein Büro gar nicht mehr vorstellen ohne Kopier- und Faxgerät, den PC, etc. Nach 10 Jahren ging Herr Brandes mit seiner Familie leider nach Hannover. Ich habe auch für ihn gerne gearbeitet.

Im November 1986 zog Superintendent Brandt mit seiner Familie ins Pfarrhaus in der Claus-Meyn-Straße 1 ein. Mehr noch als die Verwaltung lag ihm die Seelsorge am Herzen. Er gründete hier den Seniorenkreis und rief die Geburtstagsrunde ins Leben. Unser Frauengesprächskreis, zu dem ich auch gehörte, war von Leben erfüllt. Man merkte ihm die Liebe zu seinem Beruf und zu seiner Berufung an. Die Verwaltung bekamen wir gemeinsam in den Griff. Nach traurigen Ereignissen in seiner Familie ging Fritz Brandt 1995 in den Ruhestand und zog nach Bremervörde.

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Rückblick Käthe Brandt - Teil 2