Anna Priester bei ihrem Solo-Part 



Sommerkonzert der "Spriritual Voices"

Cadenberge (nez). Der Altarraum der St.-Nicolai-Kirche Cadenberge leuchtete von den bunten Schals der über 40 Sänger der „Spiritual Voices Cadenberge", die kurz vor ihrer Sommerpause noch zu einem Konzert eingeladen hatten.

Trotz des schönen Wetters und zahlreicher anderer zeitgleicher kultureller Veranstaltungen waren etwa 90 Zuhörer dieser Einladung gefolgt. Gospelmusik bewegt - dies war gleich beim ersten Musikstück „We are marching in the light of god" zu spüren, mit dem der Gos-pelchor in die Kirche einzog.

Bewegend ist auch die Hoffnung auf eine bessere Welt bei Gott, die ihren Ursprung in den Gesängen der farbigen Sklaven in den amerikanischen Südstaaten des 19. Jahrhunderts hat und die in dem Lied „Soon be done" mit dem Liedschluss aus der amerikanischen Freiheitsbewegung um Martin Luther King, „We shall overcome", zum Ausdruck kommt.
Nach dem neu entstandenen Gospelsong „Trust upon your mighty god", der das Vertrauen in die Allmacht Gottes in der Geschichte und Gegenwart besingt, erklangen zwei Gospels aus dem Film „Sister Act" - vom Gospelchor mitreißend vorgetragen.

Nun folgten als Uraufführung drei Songs aus einer Gospelmesse, die Chorleiter Kai Rudi neu komponiert hat. Die aus Nigeria stammende Anna Priester übernahm mit ihrer warmen Altstimme mehrere Solopartien im Dialog mit dem Chor, mal temperamentvoll, mal soulig meditativ. Die Zuhörer waren spürbar bewegt von diesen Klängen.
Gospelmusik lädt zum Mitsingen und -swingen ein. Ganz besonders galt dies für die bekannten Gospelsongs, die am Schluss des Programmes standen. „Let my people go" sangen die Zuhörer als Antwort auf das Chorlied „Go down, Moses" kräftig mit. Und bei „Michael, row the boat ashore" wurde sogar eine ganze Strophe des Liedes von Chor und Zuhörern gemeinsam musiziert.

Viele Solisten aus dem Gospelchor bereicherten den Chorklang. Die Gospelhits „O happy day" und „Down by the riverside" und viele andere Gospels und Spirituals begeisterten das Publikum, das rhythmisch mitklatschte.Ohne eine Zugabe, das afrikanische Lied „Think of me", mochten die Zuhörer die „Spiritual Voices" nicht entlassen. Es war beeindruckend anzusehen und anzuhören, wie die Jugendlichen und die älteren Chormitglieder gemeinsam ihrer Freude an der Gospelmusik Ausdruck gaben, einer Freude, die auch die Zuhörer mitriss.

NEZ vom 21. Juli 2007