Ruth Scheffler-Hitzegrad ist neues Mitglied der Landessynode Hannover (Kirchenparlament)



Ehrenamtliche sind keine Lückenbüßer



Ruth Scheffler-Hitzegrad aus Cadenberge gehört der neuen hannoverschen Landessynode an, die sich am 21. Februar konstituiert



Cadenberge (ur). Am 21. Februar konstituiert sich die neue hannoversche Landessynode in der Henriettenstiftung in Hannover, dem traditionellen Sitzungsort des Kirchenparlaments. Die Cadenbergerin Ruth Scheffler-Hitzegrad wird dann erstmals zu den 75 Synodalen der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland gehören.

Ruth Scheffler-Hitzegrad ist als Nachfolgerin von Inge Kopf zur Vertreterin der Ehrenamtlichen aus dem Hadler Kirchenkreis ab dem 1. Januar 2008 für sechs Jahre in die Synode gewählt. Für die 43-jährige Ergotherapeutin, Mutter von drei Kindern und Ehefrau des Cadenberger Pastors Bert Hitzegrad, wird der Schwerpunkt ihrer Synodalarbeit darin liegen, daran mitzuwirken, den Wert der ehrenamtlichen, freiwilligen Mitarbeit in der Kirche zu steigern.

Sie selbst ist seit langem im Partnerschaftsausschuss des Kirchenkreises Hadeln für die lettische Gemeinde Sloka tätig, sie engagiert sich auf verschiedenen Ebenen in der Pfarrfrauenarbeit, wirkt im Posaunenchor mit und ist zudem Lektorin in ihrer Gemeinde.
Als Mitglied der Landessynode kann Ruth Scheffler-Hitzegrad im Parlament sowie in den Ausschüssen zudem verstärkt auf die Interessen der ländlichen Räume in der Landeskirche aufmerksam machen. Gerade dort werde die Ehrenamtlichkeit vor dem Hintergrund von drastischen Personaleinsparungen eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Hier gelte es, die Laien zu fördern, zu unterstützen und auszubilden. Die Sparmaßnahmen in der Landeskirche haben auch dazu geführt, dass sich das neue Kirchen-Parlament von 98 auf 75 Sitze verkleinert hat.

So genannte Kirchenstiftungen und Fördervereine würden in den kommenden Jahren besonders in ländlichen Gebieten immer mehr an Bedeutung in den Gemeinden gewinnen, denn die Verwaltung des Mangels - die Landessynode beschließt unter anderem den Haushaltsplan und wählt den Landesbischof oder die Landesbischöfin - wird auch in der neuen Legislaturperiode das Parlament stets begleiten. „Ehrenamtliche sind für mich keine Lückenbüßer, sondern gewollte Mitarbeiter, die in die Gemeindearbeit gehören", sagt Ruth Scheffler-Hitzegrad.

Das Ehrenamt sei ein Wert an sich, der für eine Kirchengemeinde auch Identität und Zusammengehörigkeit schaffe. Es gehe um gegenseitige Anerkennung von Ehren- und Hauptamtlichen, um sinnvolle Ergänzung durch die Verteilung von Aufgaben in den Kirchengemeinden auf möglichst viele freiwillige Schultern, damit hauptamtliche Arbeit im seelsorgerischen und diakonischen Bereich weiterhin professionell geleistet werden kann.

Kein "Notnagel"

Als Mitglied der Synode will sie künftig dokumentiert wissen, dass ehrenamtliche Arbeit nicht einsparungsbedingter „Notnagel", sondern integraler Bestandteil der Gemeindearbeit in der Landeskirche ist. Auch in der Synode sind die ehrenamtlichen kirchlichen Mitarbeiter in der Mehrzahl. In den insgesamt zwölf Wahlkreisen zwischen Cuxhaven und Hannoversch Münden wurden jeweils vier bis sechs haupt- und ehrenamtliche kirchliche Mitarbeiter gewählt. Wahlberechtigt waren die rund 11 000 Kirchenvorsteher, die 1000 Mitglieder der Kirchenkreistage sowie die 2000 Pastorinnen und Pastoren.

Zu den 63 gewählten Synodalen kommt der Abt des Klosters Loccum, Landesbischof i.R. Horst Hirschler, hinzu. Außerdem entsendet die Theologische Fakultät der Universität Göttingen einen Lehrstuhl-Inhaber. Der Kirchensenat, ein runder Tisch der insgesamt sechs kirchenleitenden Gremien, beruft zehn weitere Mitglieder. An 13 jeweils vier Tage dauernden Sitzungen der Landessynode wird Ruth Scheffler-Hitzegrad in den nächsten sechs Jahren teilnehmen, zwei pro Jahr. Hinzu kommen die Sitzungen der Ausschüsse und Unterausschüsse, denen sie anhören wird.

NEZ vom 13.11.2007