Werbung für Kirchenvorstandswahlen - jetzt schon?

Betrachtung von Angelika Lenger

„Hast du schon mal dran gedacht Kirchenvorsteherin zu werden?“ fragte mich unser Pastor Jens Monsees bei der Vorbereitungsphase Pro Christ 2006.
„Ich, ich als Kirchenvorsteherin, Jens hast du dir das gut überlegt?“ lachte ich.
„Ja, das habe ich durchaus. Ich könnte es mir gut vorstellen. Du bist kreativ, du hast Ideen und du setzt sie um, das haben wir ja erlebt, deine Aktion 1000 Töpfchen zu bepflanzen, anstelle von Rosen, um nur eine zu nennen …“ erwiderte Jens Monsees.

Ich habe mich damals dafür entschieden: am 26. März 2006 wurde ich gewählt. Was für eine Bilanz ziehe ich nach fünf Jahren Kirchenvorstandsarbeit?

In einem Satz lässt sich das nicht beantworten. Ich bin gewachsen und ich habe einen anderen Blick auf meine Kirche bekommen. Und es gab viel zu tun!

Es gab Momente, da fragte meine Familie: Bist du diese Woche auch mal einen Abend zu Hause?“

Ja, auch wenn man gerne Kirchenvorsteherin ist, ist es wichtig zu lernen seine Zeit richtig einzuteilen und sich auch Zeiten für Familie und Freunde freihalten.

Mir liegt die Gestaltung von lebendiger Kirche sehr am Herzen – das braucht seine Zeit. Verwaltungsaufgaben müssen erledigt werden. Die Fusionen der Kirchenkreise gehen nicht spurlos an der Gemeindearbeit vorbei … und nun die Frage mit den Pfarrhäuser.

Ich empfinde das Kirchenvorstandsamt als einen tollen Einstieg für aktive Kirchengemeindearbeit, weil man einen Einblick hinter die Kulisse bekommt und ein neues Gemeindeverständnis entwickelt.

Wer denkt schon darüber nach, dass die Arbeit von einer 120 Stunden-Woche, die früher einmal durch drei geteilt wurde und nun nur noch von zwei Pastoren aufgefangen wird? Und wer hat Verständnis dafür, dass sich etwas ändern wird müssen?

Unsere Gemeinde verträgt noch ganz viele ehrenamtliche Helfer.

Meine Kirchenvorstandsarbeit erlebe als sehr abwechslungsreich, in der meiner Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind.

Und ich erfahre trotz reger Verwaltungsarbeit immer wieder den Segen Gottes in meinem Ehrenamt, das ist für mich etwas Besonderes, deshalb möchte ich diese Arbeit nicht messen und sage: Danke Jens, dass du mich gefragt hast. Für mich war dies nur ein Anfang, nun habe ich ganz neue Ziele, z.B. eine Lektorenausbildung.

Und: Haben Sie mal dran gedacht, Kirchenvorsteher(in) zu sein und die Gemeinde zu bewegen???“

Angelika Lenger