Gedanken zu den neuen Paramenten

Ein paar Gedanken zum grünen Parament in Westerhamm

Seit Juni dieses Jahres freuen wir uns über die neuen Paramente im Bugenhagenhaus in Westerhamm, die dem Kirchraum noch einmal eine neue Note gegeben haben. Nun bin ich gebeten worden, doch ein paar erläuternde Gedanken zum grünen Parament weiterzugeben. Wie bei vielen anderen Kunstwerken auch, ist jetzt aber nicht das entscheidend, was ein Einzelner sieht und meint, sondern was dieses Bild bei dem auslöst, der es betrachtet. Darum zunächst auch eine Frage: Was sehen Sie, wenn sie sich das Parament ansehen, entweder direkt im Bugenhagenhaus oder jetzt vielleicht eher vor dem inneren Auge?

Meine Gedanken will ich aber gern hinzufügen:

Das Bild wird vom Grün dominiert, der hauptsächlichen Kirchenjahresfarbe für die Trinitatiszeit vom 1. Sonntag nach Pfingsten bis zum 1. Advent. Es ist die Farbe des Wachstums und der Natur, die ja oftmals besonders im Sommer und in der Zeit der Ernte in den Blick kommt. Grün ist aber ebenso auch die Farbe der Hoffnung und damit für uns Christen die Farbe der Hoffnung auf Auferstehung und neues Leben. Daran anknüpfend fällt der Blick auf den Blütenkelch in der Mitte des Bildes, der die Hand Gottes symbolisiert, aus der wir die Gaben empfangen, die Gott in unser Leben legen will und die wir entdecken dürfen, damit auch sie wachsen und gedeihen. Die Spirale in dem Blütenkelch, in der Hand Gottes, beginnt ganz klein und entfaltet sich immer mehr und steht dafür, dass Großes aus Kleinem entsteht, so wie es auch Jesus im Gleichnis vom Senfkorn (Matthäus 13, 31+32) erzählt.
Die Spirale ist dann aber auch ein Bild für Wachstum und Werdendes, für den Rhythmus von Wachsen und Vergehen, aus dem immer wieder Neues entsteht. Zugleich symbolisiert eine Spirale den Weg von außen - von der äußeren Welt nach innen, in das Innere meines Lebens, Denkens und Fühlens und meiner Beziehung zu Gott – und wieder zurück nach außen in die Welt, in der ich lebe. Die Farbe Gold steht in der christlichen Symbolik und auch hier auf dem Parament für die Gegenwart Gottes, und erinnert uns damit an seine Gegenwart in allem Wachsen und Werden und auf allen Wegen nach innen und wieder nach außen und schließlich auch auf dem Weg von meinem Ursprung hin zum Leben in Gottes Ewigkeit.

Vielleicht sehen Sie jetzt noch einmal mit anderen Augen auf das Parament. Teilen Sie Ihre Eindrücke doch miteinander und entdecken Sie dabei neue Eindrücke und neue Gedanken zur Gegenwart Gottes in Ihrem Leben.

Jens Monsees



 



Leuchtende Farben und Formen im Bugenhagenhaus - die neuen Altartücher sind da!



 



Neue Paramente im Bugenhagenhaus

Nun sind sie da, die ersten Teile der neuen Paramente für das Bugenhagenhaus in Westerhamm. Beim plattdeutschen Kirchweih-Gottesdienst am 19. Juni haben wie sie ‚eingeweiht‘ oder genauer gesagt ‚feierlich in Gebrauch genommen‘. Denn eine echte Weihe von Gegenständen kennen wir in der evangelischen Kirche so eigentlich nicht.

Und sie sind schön geworden! Die leuchtenden Farben beleben den Gesamteindruck im Bugenhagenhaus. Ein wenig ist das ja auf dem Titelbild zu sehen, aber eben nur als kleiner Eindruck. Darum: Kommen Sie doch zu einem der nächsten Gottesdienste in Westerhamm oder zu einem Treffen der Gruppen und Kreise. Dann können Sie sie genauer betrachten, die neuen Paramente! Das Wort ’Parament’ ist lateinischen Ursprungs und bedeutet ’vor dem Tisch’ (=Altar).

Es geht also um die kunstvollen Textilien, die vor dem Altar, der Kanzel und evt. einem Lesepult hängen. Bei den neuen Stücken handelt es sich um mehrere, die z.T. je nach Kirchenjahreszeit gewechselt werden können, während andere ständig hängenbleiben. Das Kanzel-Parament wird nun in nächster Zeit dazukommen. Verantwortlich für dieses Projekt ist eine Arbeitsgruppe aus unserer Gemeinde unter der Leitung der Westerhammer Küsterin Susanne Bebba, unterstützt von Torsten Fastert, Angelika Lenger, Birgit Monsees und Elisabeth Bebba.

Ihnen allen, gemeinsam mit Pastor und Künstlerin, ist die Freude auf dem Bild anzusehen. Aber: Kommen Sie und sehen Sie selbst!

Jens Monsees



Letzte Änderung am Samstag, 28. April 2012 um 15:57:33 Uhr.