Ich habe vor dir eine Tür aufgetan

Liebe Leserinnen und Leser!

Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen.
Offenbarung 3, Vers 8 [Monatsspruch für den Oktober]

Ich denke mir, das kennt jeder und jede von uns. Wir stehen vor einer verschlossenen Tür. Wir kommen nicht mehr rein. Und das kann unterschiedliche Gründe haben: Einer steht auf dem Bahnsteig und muss feststellen, dass die Türen des Zuges schon geschlossen sind und er nicht mehr mitkommt. Eine andere wollte noch schnell etwas einkaufen und kommt zu spät, weil der Supermarkt schon geschlossen ist. Wer zu spät kommt, den bestraft dann eben das Leben. Oder jemand möchte einen Besuch machen und muss feststellen, dass niemand öffnet. So geht er schließlich wieder. Normale Alltagssituationen sind das.

Aber wir kennen das auch im übertragenen Sinn: Da sind alle Türen zugeschlagen, so dass kein Gespräch mehr möglich scheint. Und dann stehen wir möglicherweise vor den verschlossenen Türen zum Herzen eines anderen Menschen. Aber: Nichts zu machen. Es ist geschlossen. Wir kommen nicht rein. Das ist enttäuschend.

Richtig Angst hatten Menschen früherer Zeiten aber davor, dass sie vielleicht einmal, am Ende ihres Lebens, bei Gott vor verschlossenen Türen stehen und er sie nicht hinein lassen würde in sein ewiges Reich, in die ewige Gemeinschaft mit ihm. Zu Lebzeiten Martin Luthers haben darum viele Menschen versucht, durch ein möglichst gutes Leben die Türen zu Gott selbst offen zu halten, weil sie nach ihrem Tod nicht vor verschlossenen Türen stehen wollten. Und Luther selbst hat sehr mit dieser Angst gerungen, dass Gott einmal die Tür vor seiner Nase zuschlagen könnte.

Was muss es darum für eine Befreiung gewesen sein, als er entdeckt hatte, dass Jesus kein Interesse hat, die Türen zu Gott zuzuschlagen, sondern dass er sie erst richtig geöffnet hat, und das so, dass sie keiner mehr einfach wieder schließen kann. „Siehe, guck doch hin, nimm es doch wahr: Ich habe vor dir die Tür geöffnet! Du kannst durchgehen, du kannst hinein gehen zu Gott. Und du musst dir das nicht mühsam selbst erarbeiten, nach dem Motto ‚Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott‘. Nein, ich habe die Tür zu Gott und zu einem Leben in seiner Nähe und Geborgenheit aufgemacht, ich habe dir diesen Raum geöffnet und so wie du bist darfst du hineingehen!“ Und dann liegt es an uns, ob wir tatsächlich reingehen in die neuen Räume, die Jesus uns in unserem Leben öffnet. Wir können kommen und eintreten, so wie wir sind. Aber dann brauchen wir nicht so bleiben, wie wir sind, in diesen neuen Räumen unseres Lebens, in denen Jesus uns verändern möchte.

Oft macht es den Eindruck, dass wir Menschen die Tür leicht übersehen, die Jesus uns geöffnet hat und die auch am Ende unserer Zeit hier auf der Erde offen stehen wird. Da wird gelebt, als ob sich dann keine Türen mehr öffnen können. Und darum muss so viel wie nur irgend möglich in dieses Leben gepackt werden – egal ob wir das noch tragen können oder nicht. Das macht müde, auch die Augen.

Sie wahrzunehmen, die Türen, die Jesus öffnen will, an ganz verschiedenen Stellen unseres Lebens und dann auch wirklich hindurchzugehen - das wäre doch etwas! Und dann Vieles zu entdecken von dem, was Gott uns in neuen Räumen schenken möchte und sich und das eigene Leben von ihm gestalten und verändern zu lassen und damit schon ein Stück Ernte unseres Lebens einfahren zu können. Möge Gott ihnen und euch offene Augen schenken für die offenen Türen in ihrem und eurem Leben und den Mut, hindurchzugehen und sich von ihm verändern und Neues schenken zu lassen. Gott segne Sie und Euch!

Ihr und Euer Pastor Jens Monsees



Letzte Änderung am Samstag, 28. April 2012 um 16:06:57 Uhr.