Weihnachten? Ja was feiern wir denn da?
Erbost kam ein Gemeindeglied zum Pastoren. „Hören Sie mal, ” so ging sie ihn an, „hören Sie mal, was Ihre kleine Tochter heute im Kindergarten gesagt hat: Den Weihnachtsmann gäbe es gar nicht! Und das sagt die Tochter eines Pastoren ! Da predigt die Kirche seit fast 2000 Jahren die schöne Geschichte vom Weihnachtsmann - und dann sagt dieses Pastorenkind so etwas !
Ja, was oder wen feiern wir da eigentlich zu Weihnachten? Fragen Sie sich das auch manchmal? Was ist uns wichtiger - all die liebevolle Dekoration, die vielen schönen Traditionen, die leckeren Kekse, das gute Essen ... oder die Botschaft selbst? Da der Pastor diese Worte schreibt, wissen Sie natürlich schon die Antwort.
Aber wie bekommen wir das alles zusammen, welche Rezept gibt es, um richtig Weihnachten zu feiern? Da ist z.B. der Weihnachtsmann. Das Pastorenkind hat recht - zumindest in der Bibel kommt er nicht vor (aber da gibt es ja einiges, was nicht biblisch ist und was trotzdem zu einem richtigen Weihnachtsfest dazu gehört ...) - und doch taucht er überall auf und kommt mit seinen Rentieren aus dem hohen Norden in die Wohnzimmer der Welt.
Und da stellt sich schon die nächste Frage: Was erzähle ich meinen Kindern? Was sollen sie glauben? Wer bringt die Geschenke? Vater, Mutter oder das Christkind? Oder kommt der Weihnachtsmann persönlich, droht mit seiner Rute und weiß sogar einige Untaten aus dem Leben der Kleinen (und Großen) zu berichten. Die Elternfreude ist groß, wenn Staunen und vielleicht etwas Angst im Gesicht ihrer Kinder stehen. Weihnachten ist eben etwas für Kinder und gehört in die Welt der Märchen. Nur was ist, wenn die Kinder größer werden? Irgendwann kommt die Lüge heraus und die Enttäuschung mag groß sein. Irgendwann steht man dann als Erwachsener distanziert, aufgeklärt und unberührt dieser Geschichte gegenüber. Von Weihnachtsfreude, echter Weihnachtsfreude mag dann nicht viel übrig sein.
Und die kann nur einen einzigen Grund haben: Es ist kein Märchen, das wir da feiern und erzählen - es ist die Geschichte Gottes mit uns. Zu Weihnachten feiern wir Jesu Geburt. Gott schenkt sich uns selbst. Und weil wir uns darüber freuen, darum machen wir uns gegenseitig Geschenke. Aber das größte Geschenk ist und bleibt Jesus selbst.
Wenn das klar ist, dann wird diese Freude auch durch den hübsch geputzten Tannenbaum und den Gänsebraten am ersten Weihnachtstag hindurchscheinen. Denn die Augen und der Gaumen sollen sich ja mitfreuen. Gott wird Mensch - das sind nicht nur Worte, sondern da ist etwas zu sehen, zu schmecken (und im Stall von Bethlehem auch zu riechen).
Und der gute alte Weihnachtsmann? Sein Patron ist der Nikolaus, der Bischof aus Myra, der schon im 4. Jahrhundert n.Chr. lebte. Deshalb bekommen in Holland die Kinder ihre Weihnachtsgeschenke gleich am Nikolaustag, am 6. Dezember. Der Name des englischen Weihnachtsmannes, „Santa Claus”, macht noch den Ursprung deutlich, der beim Bischof und seiner Nächstenliebe liegt. Und dieser „Weihnachtsmann” kannte nur einen Grund, den Kindern Freude zu machen: Weil er selbst von seinem Gott so reich beschenkt wurde.
Also, Christkind, Weihnachtsmann oder Nikolaus? Was zählt, ist der wahre Grund der Weihnachtsfreude. Wenn das klar ist und die Herzen erfüllt, dann darf der Weihnachtsmann ruhig kommen. Und dann geht auch keine Weihnachtsfreude verloren, wenn der Filius entdeckt: „Du trägst ja Pappas Handschuhe!” Dass Sie den wahren Grund der Freude auch für sich immer wieder entdecken, das wünscht Ihnen in dieser Advents- und Weihnachtszeit
Ihr Pastor Bert Hitzegrad
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