Zur Konfirmation
Es hatte in dem Jahr früh begonnen zu schneien. Vater freute sich. Er suchte seine Skier heraus, packte seinen Rucksack und verabredete sich mit Freunden zu einer Wochenendtour mit Übernachtung in einer Skihütte. Meine Familie stand an der Tür, um Vater zu verabschieden, als er sich noch einmal umdrehte. Er sagte nur: „Die Kerzen“ und verschwand im Haus. Kurze Zeit später kam er wieder und hatte drei Kerzen in der Hand. Ich muss ein ziemlich verdutztes Gesicht gemacht haben, denn Vater lachte und sagte: „So eine Kerze kann Leben retten! Wenn Du vom Unwetter überrascht wirst und im Biwaksack im Zelt sitzt, bist Du froh, wenn eine Kerze brennt. Das Licht ist nicht nur tröstlich, sonder die Wärmer einer Kerze verhindert auch, dass die Temperatur im Zelt zu sehr absinkt und Du erfrierst.“ Er verstaute die Kerzen im Rucksack, nahm uns in den Arm und fuhr fröhlich auf sein - wie er immer sagte - „Lieblingsabenteuer“ zu.
An diese Begebenheit muss ich denken, wenn ich den Vers aus dem Johannesevangelium, Kapitel 8, Vers 12 höre:
„Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
Das Licht des Lebens! Ist das die Kerze im Zelt bei einem Unwetter in den Bergen oder das Licht am Ende des Tunnels, wenn nach schweren Zeiten endlich wieder Hoffnung keimt? Ist es das Licht auf dem Flur, das ängstliche Kinder einschlafen lässt oder die Taschenlampe, die den dunklen Weg erhellt? Ist es die Sonne, die wir in regenreichen Zeiten so sehr vermissen? Wir brauchen das Licht in unserem Leben. Ohne Licht fühlen wir uns verlassen, mutlos, ängstlich und traurig. Ohne Licht können wir nicht leben. Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt! Du kannst fest daran glauben. Wie eine Kerze im Zelt wärmt und tröstet, wie das Licht am Ende des Tunnels Hoffnung gibt, wie das Licht auf dem Flur beruhigt, wie das Licht der Taschenlampe Sicherheit gibt und wie die Sonne das Leben hell macht, so will ich Dich durch Dein Leben begleiten.“
Das ist ein festes Versprechen, und das tut gut. Es gibt ein sicheres Gefühl, das Auf und Ab im Leben müssen wir nicht allein bewältigen, sondern wir haben Hilfe. So sicher, wie nach einer dunklen Nacht ein heller Tag kommt, so sicher können wir sein, dass Gott uns nicht verlässt.
Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben sich zur Konfirmation einen Spruch aus der Bibel gesucht, der sie durch das Leben begleiten soll. Auch der Spruch aus dem Johannesevangelium gehört oft dazu.
Ich wünsche allen Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass sie Gottes Segen in ihrem Leben spüren und sie dem Versprechen, dass Jesus gegeben hat, vertrauen können.
Eure Diakonin Barbara Preihs
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