Vielleicht hat Sie diese Frage aus konkretem Anlass auch schon einmal innerlich bewegt. Wir wollen heute versuchen, Ihnen ein wenig das vielleicht schlechte Gewissen zu nehmen.
Wer kennt das nicht: Hut und Mantel an, den Fuß schon fast aus der Tür, da ...braucht der Kleine eine neue Windel...ereilt uns ein wichtiger Telefonanruf...und als Folge tun sich schlagartig die beiden unterschiedliche Reaktionsmuster auf: „Jetzt sind wir zu spät, lass uns lieber Zuhause bleiben“ oder „Wieso, der Pastor freut sich, dass wir überhaupt kommen!“
Ist es denn nun peinlich, zu spät in den Gottesdienst zu kommen? Nein, überhaupt nicht....
Jeder, der später kommt, oder früher geht, hat bestimmt dafür einen triftigen Grund und trotzdem ist ihm der Gottesdienstbesuch wichtig. Bei Besuchen in katholischen Gottesdiensten in Deutschland, aber auch hier in Belgien haben wir festgestellt, dass es in der Messe ständig rein und rausgeht. Das ist ein völlig normales Unterfangen, dem keine besondere Beachtung geschenkt wird.
Bei den evangelischen Gemeinden hat der Gottesdienst einen Hauch von Exklusivität, als wollten wir unter uns sein. Es gibt allerdings auch evangelische Gemeinden, bei denen die Kirchentür während des Gottesdienstes offen steht. Und da fällt es eben nicht weiter auf, wenn sich jemand während des Orgelvorspiels oder später reinschleicht und sich in die hinteren Bankreihen setzt. Wenn man in dieser Situation nach vorne geht, guckt natürlich jeder, das kann dann als störend empfunden werden.
Ein Pastor erinnert sich freimütig an seine Studienzeit: „Da war mir nur die Predigt wichtig! Mit der Liturgie konnte ich nicht viel anfangen. Ich ging erst nach Beginn des Gottesdienstes los, um die Predigt des Pastors zu hören...“
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