Lasst Blumen sprechen ...

Aber wussten Sie, dass Blumen wirklich etwas sagen? Natürlich ist das allen bekannt, dass eine Rose am Valentinstag bedeutet: „Ich liebe Dich, schätze Dich ... Schön, dass es Dich gibt!“ Und die Blumen am Grab lassen uns spüren, dass ein Mensch so schön ist wie die Blume auf dem Feld, aber eben auch so vergänglich, wenn der Wind darüber weht (Ps 139). Blumen sagen etwas von Hoffnung und Liebe und Zuversicht. Sie sagen aber auch etwas über das Ende des Lebens. Ein Strauß mit weißen Lilien z.B. wird kaum jemand verschenken, denn diese Blumen werden mit Tod und Grab verbunden, aber natürlich auch mit der Auferstehung.

Wussten Sie, dass jede Pflanze, jede Blüte eine besondere Symbolik hat?
Zu den Konfirmationen im April werden die Mädchen auch wieder besondere Blumen auf dem Gesangbuch tragen. Wenn bis dahin die Rispen aufgeblüht sind, werden es wieder Maiglöckchen sein, die dann in die Jahreszeit gehören. Aber nicht nur deshalb gibt es diese Tradition. Die feinen weißen Glöckchen (lat.: convallaria majalis) stehen für Glück und für die Liebe. Ihre kleinen weißen Blüten symbolisieren Seelenreinheit und Demut. In Mai feiern die katholischen Christen ihre Marienandachten. Deshalb steht diese kleine, zarte Blütenrispe auch im engen Zusammenhang mit der Reinheit der „Jungfrau Maria“. Und schließlich spiegelt sich im Weiß der Blüten das Licht der Auferstehung. Und so sprechen die Blüten in den Händen der Konfirmandinnen auch vom „ewigen Heil in Christus“. Das Schöne: Auch wenn die Blüten vertrocknet sind und vielleicht im Einnerungsalbum der Konfirmanden aufgehoben werden - das Heil in Christus „verblüht“, vergeht nicht, es bleibt in Ewigkeit. Ob die Konfirmandinnen, wenn sie den großen Tag der Konfirmation feiern, diese Freude schon spüren?

Diese Freude läutet auch die Osterglocke ein (Lat.: narcissus). Auch in diesem Winter waren die Triebe der Osterglocken wieder unter den ersten Frühlingsboten. Der Boden ist noch tot und kalt und schon durchbrechen die ersten grünen Blütenblätter die Erde. Ein Bild für Christus, der die Kälte des Grabes verlassen hat und die Auferstehungssonne über uns leuchten lässt. Deshalb steht die strahlende gelbe Blüte nicht nur für das aufbrechende Frühjahr und die wiederkehrende Fruchtbarkeit, sondern auch für den Sieg Christi über den Tod. In der Feier der Osternacht läuten die Blüten der Osterglocken wirklich diese Osterfreude ein. Nach der Lesung der Osterbotschaft und dem ersten Glockengeläut nach Karfreitag erblüht der tote Stamm des Kreuzes mit vielen gelben Blüten. Die Osterglocken sind sichtbare Zeugen dafür, dass das Leben siegt und dass die Freude zu Ostern zu sehen und zu riechen und mit Händen zu greifen ist.

Deshalb: Lasst Blumen sprechen!

Bert Hitzegrad