Jedes Jahr im November zum Volkstrauertag finden sich viele Menschen zur Erinnerung und zum Gedenken an die vielen Toten der Weltkriege am „Ehrenhain” in Wingst-Ellerbruch zusammen. Es handelt sich um eine würdige Feier unter Beteiligung aller Wingster Vereine mit Fahnenabordnungen, dem Posaunenchor und einer denkwürdigen Ansprache durch den jeweiligen Pastoren unserer Kirchengemeinde.
Diese Ehrenstätte, nach der Chronik zum ersten Mal eingeweiht im Jahr 1921, ist eingerichtet worden zum Gedenken an die vielen Opfer der beiden Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945. Auch die in den letzten Kriegstagen bzw. noch nach Kriegsende bei Munitionsaufräumarbeiten bei der damaligen Portland-Zement-Fabrik in Hemmoor ums Leben gekommenen Soldaten wurden hier bestattet, und auch diesen ist die Ehrenstätte gewidmet. Die Ehrenstätte sollte uns gleichzeitig Mahnung sein, Frieden zu bewahren und Kriege zu vermeiden. Leider hat es in der Vergangenheit immer wieder Hinweise auf mangelnde Pflegemaßnahmen gegeben, um der Kriegsgräber-Ehrenstätte auch den ihr zustehenden würdigen Rahmen zu verleihen.
Diese Anregungen (in erster Linie eine Anregung unseres Kameraden Albert Schildt vom Dobrock) hat nun die Reservistenkameradschaft Otterndorf, eine Vereinigung von Reservisten der Deutschen Bundeswehr, zum Anlass genommen, ganz intensiv notwendige Pflegearbeiten und gleichzeitig auch einige Verschönerungen in ehrenamtlicher Eigeninitiative in Angriff zu nehmen. Ein Anliegen, das unsererseits als Pflicht angesehen wird, den Toten der Weltkriege eine würdige Ruhestätte zu bieten. Es wurden Büsche und Bäume beschnitten, die Rasenflächen und Wege gereinigt, Bänke aufgestellt, neue Anpflanzungen vorgenommen, sowie auch der Zugangsbereich, der vorher leider immer sehr nass war, geflastert. In diesem Zusammenhang gilt großer Dank für die bisherige Unterstützung nicht nur den Mitgliedern der Reservistenkameradschaft für ihren ständigen unermüdlichen und vielfältigen Einsatz, sondern auch der Soldatenkameradschaft Wingst, dem DRK Wingst und dem „Herrenabend” des DRK Wingst. Alle Arbeiten, die nicht nur viel Zeit sondern auch einiges an Geld kosten, wurden mit Zustimmung der Gemeinde Wingst als Eigentümer der Anlage durchgeführt.
Hoffentlich finden diese Maßnahmen, Arbeiten und Neugestaltungen auch die Unterstützung und Zustimmung der Bevölkerung und der Besucher. Möge diese Ehrenstätte auch weiterhin viele Menschen in Ruhe zum Verweilen und zum würdigen Gedenken einladen.
Wolfgang Schumacher, Wingst Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Otterndorf
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