Frauenweltgebetstag im St. Michaelishaus /Wingst

Der erste Freitag im März ist der Tag, an dem der Weltgebetstag stattfindet. Wie auch in den letzten Jahren haben in diesem Jahr engagierte Frauen diesen „Frauenweltgebetstag“, zu dem natürlich auch Männer herzlich willkommen waren, im St. Michaelishaus in der Wingst vorbereitet und durchgeführt. Das Thema des diesjährigen Weltgebetstages lautete: „Viele sind wir, doch eins in Christus“ und die Liturgie und Begleitmaterialien für diesen Gottesdienst kamen aus Papua-Neuguinea., vorbereitet von Frauen und auch Männern dieses Inselstaates. Das gemeinsame Gebet, Informationen über das Land und insbesondere der Lebensumstände der Frauen und die Kollekte, die konkrete Hilfe für ökumenische Frauenprojekte sind Merkmale dieses besonderen Gottesdienstes.

Schon beim Betreten des St. Michaelishauses empfing mich ein besonderer Duft: viele Speisen, zubereitet nach den Rezepten aus Papua-Neuguinea stehen verlockend auf dem Tisch unter einer Palme. Empfangen durch Brigitte, Erna, Heidrun, Helga, Irene, Karin mit einem Herzen: „Adorahi namona“ (Guten Tag) gehe ich in den vollbesetzten Kirchenraum. Auch dieser ist liebevoll vorbereitet. In der Mitte ein gefüllter Früchtekorb auf Pannesamt, der Altar voller Orchideen, eine Maske aus Holz geschnitzt - Grüße aus Papua-Neuguinea. Der Gottesdienst ist abwechslungs- und aufschlussreich sowie gut verständlich gestaltet. Sachinformationen über den Inselstaat werden durch fröhliche Gesänge ergänzt. Speziell zur gesellschaftlichen Situation der Frauen werden eindrucksvolle Fragen an den Mann gestellt „“Sag mir, warum – ich als Frau – all die Lasten zu tragen habe, wenn Gott die Verfassung und die Vereinten Nationen mir alle sagen – du und ich sind gleichberechtigt – in jeder Hinsicht? “Es wird deutlich, dass die Frauen in Papua – Neuguinea einen großen Teil der Alltagslast tragen, doch als Menschen zweiter Klasse behandelt werden.



 



Für uns unvorstellbare Zustände. Da kann man nur hoffen, dass die Kollekte ihnen über den Weg der Ausbildung bessere Chancen eröffnet. „Wir sind Schwestern und Brüder, Gottes Liebe vereint“ so singen und beten wir für das Volk in Papua-Neuguinea, das auch unter der Verbreitung des HIV-Virus und der Zunahme von Gewalt leidet, ebenso wie unter großen sozialen Unterschieden. „Wir sind einig in Christus, wir sind einig im Geist, unsere Liebe sei Zeichen für die Welt …wir stehen ein füreinander und für Menschen in Not...“ .Mit einem Tanz wird der Gottesdienst beendet.

Ja , dieser besondere Gottesdienst hat einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis gegeben, aber ist auch eine wertvolle Gelegenheit gewesen , sich mit den Menschen unserer Gemeinde zu unterhalten, nach dem Gottesdienst bei Leckereien aus dem Land Papua-Neuguinea, das uns nun auch auf diese Weise näher kommt. Ein kleines Beutelchen mit Kakao-und Kaffeebohnen und dem Kreuz des Weltgebetstages Papua-Neuguinea erinnert mich an diesen Gottesdienst und auch daran, dass im nächsten Jahr am ersten Freitag im März wieder der Frauen-Weltgebetstag im St. Michaelishaus in der Wingst gefeiert werden wird: Am 5. März 2010. Die Liturgie wird aus dem Kamerun kommen. Ein Datum, das ich mir schon mal vormerke - Sie auch?

Ute Schlichtmann