„Und – hast du auch einen Elch gesehen?“ Na, ja, ich habe ziemlich lange danach Ausschau gehalten, aber geklappt hat es nicht wirklich. Einfach zu scheu diese Tiere. Und wenn auf einer Sommerfreizeit für Jugendliche im Alter von 13 – 15 Jahren so richtig viel los ist, dann kommen die Elche auch nicht mal eben so vorbeigetrabt. Aber es war auch so eine super Zeit in Schweden!
Am 8. August sind wir mit 62 Teilnehmern und Teilnehmerinnen und einem tollen Team von 12 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ganz früh morgens aufgebrochen. Gemeinsamer Startpunkt war die Freizeit- und Begegnungsstätte Oese, die der Hauptveranstalter der Freizeit war. So kamen die Teilnehmer auch aus vielen verschiedenen Kirchengemeinden. Auch aus unserer Kirchengemeinde waren 6 Leute mit dabei, zusammen mit vielen anderen aus Hemmoor, Lamstedt, Neuhaus, Bremervörde, Zeven, Hipstedt, ... Und alle die, die nicht dabei waren? Die haben etwas verpasst!
Denn auch wenn es meistens nicht so richtig tolles Sommerwetter war, haben wir eine tolle Zeit miteinander gehabt. Wir haben ein ganzes Stück Leben miteinander verbracht, haben viel gelacht und Spaß gehabt, haben gemeinsam nachgedacht und gefeiert, haben uns gestritten, diskutiert und uns wieder vertragen, und haben ein Stück weit erlebt, wie Gemeinschaft mit Gott und unter uns Christen sein kann. Manches Neue haben wir dabei von Gott gehört, haben neue Lieder kennen gelernt und uns selbst von verschiedenen Seiten erlebt – beim Wandern durch eine Schlucht auf einen Berg, beim Kanu fahren, im Hochseilkletterpark, bei den gemeinsamen Mahlzeiten, beim abwaschen und aufräumen, beim Stadtspiel auf der Suche nach Mister X, beim Hockeyspielen und bei den morgendlichen Gesprächsrunden zu der Frage ‚Bist du bereit?’, wo auch jeden Morgen der Imbissbesitzer Ingo und sein bester Kunde Dittsche mit dabei waren. Jeden Tag ging es dabei um ein b-Wort. Wir haben uns zusprechen lassen, dass wir bei Gott ‚be-liebt’, ‚be-hütet’ und von ihm ‚beschenkt’ sind, dass er uns aber auch ‚be-wegen’ und vor allem ‚be-freien’ will zu einem Leben voller Hoffnung.
Als wir abends beim gemeinsamen Tagesabschluss zusammen waren und jeder etwas zum Tag sagen konnte, da war manches Mal zu hören: „Schade, dass schon wieder ein hier in Schweden vorbei ist.“ Manche Überraschung haben wir erlebt, z.B. eine sehr intensive und beeindruckende „Männerrunde“ am Abend unter der Frage ‚Was hat Christsein mit Hitler zu tun?’ Oder einen Schiffbauwettbewerb am Nachmittag, bei dem in Teamarbeit ein Papierschiff aus wenig Material gebaut werden musste, dass im See nicht untergeht und dabei für einen Moment eine volle Literflasche tragen kann.
Mich als einen der beiden Freizeitleiter hat besonders der letzte Tag beeindruckt und begeistert, als wir morgens einen schönen Gottesdienst gefeiert haben und alle Teilnehmer am Nachmittag dann in eigener Regie das restliche Programm des Abends vorbereitet haben. Da war dann von ‚Germanys next Top-Model’ über ‚Genial danaben’ bis zu einem selbst gedrehten coolen Werbespot alles dabei. Und auch die letzte Abendandacht haben die Jugendlichen selbst gestaltet und sogar die folgende Nachtruhe sehr verantwortlich festgelegt! Klasse! Und: ‚Gott sei Dank!’ - für diese schöne gemeinsame Zeit in Schweden, die leider am 19. August schon wieder zu Ende war, als wir mitten in der Nacht in Oese ankamen und der Abschied manch einem ganz schön schwer fiel.
Jens Monsees
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