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Hilfe für Partnergemeinde im Erzgebirge |
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Als am Anfang dieses Jahres ein Hilferuf aus dem Erzgebirge die Kirchengemeinde Cadenberge erreichte, war es dem Kirchenvorstand gleich klar: „Wir wollen helfen!” Seit den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts besteht die Partnerschaft zwischen der Kirchengemeinde Deutschneudorf im Erzgebirge und der Kirchengemeinde Cadenberge. Die kleine Kirche im Ortsteil Deutscheinsiedel direkt an der tschechischen Grenze musste renoviert werden. Mit einer großen Kraftanstrengung hat die 260 Mitglieder zählende Gemeinde es geschafft, ihr Gotteshaus in einen hellen und ansprechenden Zustand zurückzuführen. Davon konnte sich ich mich im September überzeugen, denn ich reiste mit einem weiteren Vertreter der Kirchengemeinde in den Süden Sachsens. Im Rahmen der Wiedereinweihung und des 100-jährigen Kirchweihfestes durfte ich die versprochene finanzielle Hilfe von 1000,- Euro überbringen. Gleichzeitig überreichten wir Pfarrerin Dorothea Recknagel eine große „Geburtstagskerze” mit dem Bibelwort, das nun nach der Restaurierung in Jugendstil-Lettern wieder über dem Altar der Deutscheinsiedeler Kirche steht: „Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben.” Ein Teilerlös des Basares soll genutzt werden, um die Hilfe aus Cadenberge zu finanzieren. Herzlichen Dank allen, die dazu beigetragen haben.
Bert Hitzegrad
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Aus dem Reisetagebuch: Deutschneudorf/Erzgebirge
04.05. Anreise Pünktlich um 8 Uhr brachen wir von Cadenberge aus auf, um unsere Partnergemeinde in Deutschneudorf zum 50-jährigen Jubiläum ihres Posaunenchores zu besuchen. Wir, das sind eine kleine Abordnung des Posaunenchors Cadenberge und eine ebenso kleine Abordnung der Fangemeinde.
05.05. Himmelfahrt Der Himmelfahrtstag begann mit Regen. Beim Gottesdienst im Festzelt dirigierte der Chorleiter Herr Schenk einen stattlichen Chor von ca. 80 Bläsern. Inzwischen war es neblig geworden und schrecklich kalt. Böhmisches Wetter nennen sie das hier. Am Nachmittag fand das mit Spannung erwartete Fußballspiel statt. Die Posaunenchöre stellten jeweils ihre Mannschaften, die gegeneinander antraten. Als Stürmer bewährten sich Kai Rudl, Bert Hitzegrad und Simon Weiß vor allem deshalb, weil sie am schnellsten laufen konnten. Janne und Ruth Hitzegrad und Christine Roesner als Verteidiger gelang es, den Gegner zu verwirren, indem sie ihnen im dichten Pulk vor den Füßen herumrannten. Gudrun Biallowons im Tor war vielleicht die einzige, die die Sache einigermaßen professionell anging. Insgesamt erzielte unsere Mannschaft einen sehr guten 6. Platz. Fast hätten sie sogar ein Tor geschossen.
06.05. Fahrt nach Tschechien Nach dem Besuch des Klosters Ossegg und einem Mittagessen mit „Beehm‘schen Kneedeln“ ging es nach Kleinhan zur Kirche. Nach der Vertreibung der Deutschen aus Tschechien vor 60 Jahren ist der Ortskern eine Wüstung, ein Schicksal, das zahlreiche andere Ortschaften teilen. Eine Initiative von Bürgern aus deutschen Orten kümmert sich darum, daß diese Ortschaften erhalten bleiben, das Gedenken an das Unrecht von damals nicht aufhört und neue Beziehungen zwischen der deutschen und tschechischen Bevölkerung aufgebaut werden. Die Kirche auf dem kahlen Hügel ist von außen frisch verputzt und gestrichen, und seitdem die Deutschneudorfer ein neues Dach finanziert haben, regnet es auch nicht mehr rein. Innen fallen Farbe und Putz herunter. Das spannendste an der Kirche war die 1846 erbaute Orgel. Eine ausgetretene Wendeltreppe, in der zunächst niemand elektrisches Licht vermutete, führte auf die Empore. Zwei Pedale für den Balg zeigten gleich, was zu tun war. Die Bedienung des Balgs erforderte wegen des Zustands des Instruments einige Übung. So kam es, daß unversehens der Ton wegging und der Organist das Treten anmahnte. Die Glocke, die per Seil zu bedienen war, wurde zuletzt auch ausprobiert.
07.05. Currendeblasen und Feierstunde Nach dem Currendeblasen trafen wir uns abends zu einer Feierstunde im Huthaus. Die einzelnen Chöre stellten sich musikalisch vor. Wir genossen Bläsermusik von hoher Qualität. Zwischendurch erfuhren wir, wie sich der Deutschneudorfer Posaunenchor in der schwierigen Zeit der Kommunistenherrschaft aufbauen und erhalten konnte.
08.05. Abschied und Heimfahrt Ein festlicher Gottesdienst mit allen Chören beschloß die Feiertage zum Jubiläum. In der Nacht hatte es geschneit und nach dem Kirchgang sahen wir drüben in Kleinhan immer noch Schnee liegen. Zum Abschied bedanken wir uns bei den Deutschneudorfern für die herzliche Gastfreundschaft und das kurzweilige Programm. Die Fahrt hat uns großen Spaß gemacht, und wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch.
Sonja Schumacher
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