Viele Menschen haben Angst vor dem Sterben, haben Angst vor Schmerzen und Quälerei, vor unwürdiger Apparatemedizin. Immer weniger Menschen können in Würde zu Hause im Kreise ihrer Famile sterben.
Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, eine Patientenverfügung zu hinterlegen, in der man festlegen kann, welche lebenserhaltenden oder verlängernden Massnahmen man sich wünscht und was man in keinem Falle möchte. Dazu gehört, dass man einen oder mehrere Menschen seines Vertrauens benennt, die Entscheidungen treffen, wenn man dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Ich als Hausärztin empfehle meinen Patienten, eine solche Patientenverfügung zu verfassen, auch wenn ich weiß, dass sie nicht juristisch verbindlich ist, auch wenn ich weiß, dass es mir als Ärztin im Ernstfall nicht die Entscheidung abnimmt. Ich empfehle es, weil es meine Patienten dazu bringt, über ihr Lebensende mit ihren Angehörigen und mit mir zu sprechen, Regelungen zu treffen zu einer Zeit, in der sie das noch können.
Das Sterben ist bei Vielen ein Tabuthema. Als Hausärztin habe ich schon viele Menschen auf dem letzten Weg begleitet und immer wieder erlebt, wie Familienangehörige sich bis zum letzten Augenblick belügen, "um den anderen zu schonen". Die Patientenverfügung kann ein Weg sein, mit den Angehörigen zu einem offenen Umgang mit dem Sterben zu finden. Vielleicht können dann auch wieder mehr Menschen in Frieden zu Hause sterben
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