...der Herr aber sieht das Herz an.

Seit 16 Jahren ist Wolfgang Spanuth Rektor an der Cadenberger Schule. Der gebürtige Bremer hatte sich damals von Braunschweig hierher beworben. Mit Ende des ersten Schulhalbjahres wird Wolfgang Spanuth zum 31. Januar 2006 in den Ruhestand gehen. Wir haben ihn gefragt, welcher Gedanke der Bibel für ihn, als Pädagogen und Schulleitern, wichtig war.

„Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an. (1.Sam 16, 7)"



Wolfgang Spanuth ist Rektor der Schule am Dobrock 



Während meiner Schulzeit in den fünfziger Jahren habe ich in Bremen gewohnt; es gab dort kein Fach "Religion", sondern der Unterricht, in dem man etwas über Gott und Jesus hörte, nannte sich "Biblische Geschichte". Die Lehrerin hat es verstanden, mein Interesse insbesondere für das Alte Testament zu wecken. Einer meiner Lieblingsverse stammt aus dem Erzählzyklus um Saul und David. Gerade in den Nachkriegszeiten hat man die Menschen nach den Äußerlichkeiten beurteilt: nach dem Aussehen, dem Auto, der Kleidung. Nach der Schule lernte ich in einer Fabrik, arbeitete in verschiedenen Firmen, war später Zweigstellenleiter bei einer Sparkasse.
Und machte weiterhin die Erfahrung: Die Menschen urteilen nach dem äußeren Schein. Später habe ich Pädagogik studiert, war Lehrer an verschiedenen Schulen und bin seit 1989 Schulleiter in Cadenberge. Oft ertappe ich mich selbst dabei: Ich sehe nur die Schale, nicht den Kern. Die jungen Menschen bilden heißt auch, ihnen unsere christlichen Werte zu vermitteln. Ein freundlicher Umgang miteinander und Respekt gegenüber anderen Menschen sind notwendige Stützpfeiler in einer Gemeinschaft. Ich hoffe, dass allen Schülern eine berufliche Existenz ermöglicht wird. Das ist ein wichtiges Ziel der Schule; dazu braucht es auch den Leistungswillen der Kinder und Heranwachsenden. Und die Eltern und Lehrer brauchen Geduld, denn schnelle Erfolge sind in der Pädagogik Mangelware. Wenn es einmal gar nicht zu gelingen scheint, darf man ruhig auf Gott vertrauen und seine Hilfe erbitten. Im Übrigen ist es nicht entscheidend, ob man im Leben reich an Geld wird, also sich mit Äußerlichkeiten schmückt. Entscheidend ist, dass man reich an Glück wird. Und das, nur das macht glücklich, was man mit dem Herzen macht.”