Zur Taufe gehört ein Taufspruch. In der Regel suchen die Eltern oder die Paten diesen Vers aus. Manchmal wird auch ein Vers gewählt, der schon in der Familie eine gute Tradition hat. In unserer Kirchengemeinde bitten wir dann oft die Paten bei der Taufe den Spruch zu verlesen - als ein besonderes Geschenk und Wegbegleiter für die Täuflinge hinein in ihr Leben.
Für die kleine Jara, die zu Ostern getauft wurde, haben die Eltern den Taufspruch ausgesucht. Sie haben einen Vers gewählt, der inzwischen zu den beliebtesten Sprüchen zur Taufe gehört: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.” (Ps 91,11+12) Jaras Eltern finden diesen Vers - wie viele Taufeltern - sehr schön. Für sie drückt dieses Wort aus dem Alten Testament alles aus, was sie ihrer Tochter wünschen: Das sie niemals allein ist, dass sie Schutz und Segen in ihrem Leben spürt. Deshalb sollen Gottes Engel sie behüten!
Sina und Marvin, die zu Ostern in Kehdingbruch getauft wurden, sind schon etwas älter. Sina wird im Mai konfirmiert. Sie hat sich deshalb ihren Konfirmationsspruch auch als Taufvers ausgesucht: „ Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.” (1. Kor 13,13). Für Sina ist die Liebe wirklich das größte. „Ohne die Liebe meiner Eltern wäre ich nicht da!”, sagt sie. „Die Liebe finde ich toll! Ich glaube an die Liebe, die Hoffnung stärkt mich und schenkt mir auch den Glauben an Gott.”
Auch Marvin, ihr kleinerer Bruder hat sich seinen Spruch selbst ausgesucht. Dabei ist er ganz pragmatisch vorgegangen - er sollte schön kurz sein: „Wer zu Christus gehört, ist ein neuer Mensch geworden.” (2. Kor 5,17). „Ich möchte mit der Taufe stärker und mutiger werden!” wünscht sich Marvin und denkt daran, dass er manchmal in der Schule geärgert wird. Bei der Taufe hört Marvin die Zusage Gottes: „Ich bin bei Dir, Du brauchst keine Angst haben!”
Für Evelyn haben die Eltern ein ganz bewährtes Wort ausgesucht. Auch ihre drei Schwestern haben den Vers aus dem 1. Johannesbrief als ihren Taufspruch: „Lasst uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.“ (1. Joh 3,18) Die Wahrheit ist den Eltern sehr wichtig – dass die Kinder die Wahrheit sagen. Vor allem sollen sie das Vertrauen haben, mit allem, was sie auf dem Herzen haben, zu ihren Eltern kommen zu können. Der Papa sagt: „Für alles gibt es eine Lösung!“ Für diesen Umgang miteinander braucht man ein großes Vertrauen!
Mia hat den Taufspruch ihrer Mutter bekommen. Sie sagt, er habe ihr auch schon oft geholfen. Er ist mit Sicherheit ebenso beliebt wie der „Engelvers“: „Lass dich durch nichts erschrecken und verliere nie den Mut, denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir wohin du auch gehst!“ (Jos 1,9). Mias Eltern wünschen ihrer Tochter damit, dass sie auch dann den Mut behält, wenn das Leben nicht so glücklich ist. Sie hoffen, dass ihre kleine Tochter selbst die Hoffnung behält, dass ein Licht auch in der Dunkelheit scheint – und Gott bei ihr ist. So wie es im Taufbefehl heißt: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!“
Bert Hitzegrad
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