Am 15. November 2008 wird in unserer St. Nicolai-Kirche unter anderem das Requiem von Johannes Brahms aufgeführt. Ausschließlich Bibelworte wurden darin vom Komponisten vertont. Es sind Worte des Trostes. Darunter ist ein Wort aus dem 126. Psalm, das ein Bild aus der Ernte aufgreift. Kai Rudl, unser Organist, Kirchenkreiskantor und Dirigent beim Brahmsrequiem stellt heute „sein liebstes Bibelwort” aus dem Requiem vor:
„Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“
Unser Leid und Leiden in dieser Welt ist nicht von Dauer. Wir können nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand. Wer hier leidet, wird im Paradies in Freude Gottes Herrlichkeit erleben, so ist die Zusage der Bibel. Unsere Tränen sind die Samen, die gedeihen können und zu „Glaubensfrüchten“, wie Paul Gerhardt es nennt, werden können.
Jesus Christus bringt uns diese tröstende Zusage in vielen Bildern nahe. Selig sind die Traurigen, denn sie sollen getröstet werden, so verheisst er in der Bergpredigt. Und auch im Gleichnis vom armen und reichen Mann ist das himmlische Paradies der Lohn für das Leid in diesem Leben.
Es tröstet mich, dass ich mich nie alleine gelassen fühlen brauche, auch nicht, wenn es mir schlecht geht. Denn gerade dann werde ich von Gott getragen.
Kai Rudl
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