Der Apfelhof von Familie Cordes in Dingwörden leuchtet schon von weitem, denn ein großer Apfel und eine großes Birne weisen auf das tägliche Geschäft mit dem Obst hin. Seit 1958 ist Ilse Cordes auf dem Hof. Sie sagt, dass sie durch ihren Mann den Apfel kennen und lieben gelernt habe. Inzwischen haben ihre beiden Söhne des Hof übernommen. Aber täglich verkauft sie noch das gute und gesunden Obst aus eigenem Anbau. Als Fachfrau haben wir sie nach der Herkunft des Apfels, nach Anbau und Pflege und nach der Bedeutung für den christlichen Glauben gefragt:

Der Apfel

In der Bibel steht eigentlich nur etwas von einem Baum, „der in der Mitte des Gartens". Adam aß von der Frucht des Baumes, aber wahrscheinlich was das ein Feigenbaum. Der Apfel taucht in der christlichen Übereilung erst im vierten Jahrhundert nach Christus auf, in einer lateinischen Übersetzung der Bibel. Apfel heißt auf lateinisch „Malus”. Das kann allerdings auch „das Böse” bedeuten. So wurde wohl aus der „verbotenen Frucht” ein Apfel.

Ursprünglich kommen unsere heutigen Kulturäpfel aus der Region zwischen dem Kaukasus und dem Himalaya. Unter Karl dem Großen (747- 814 n. Chr.) wurde der Apfel systematisch verbreitet, immer weiter gezüchtet und veredelt, um verbesserte Sorten zu entdecken. Besonders im Mittelalter in den Klöstern des Bodensees wurde die Zucht vorangetrieben, und sie dauert bis heute an, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden.

Unsere Arbeit auf dem Apfelhof beginnt mit dem Pflanzen der Bäume, witterungsbedingt im Herbst oder Frühling. Nach der Ernte beginnen die Pflegetätigkeiten. Wenn das Laub abgefallen ist, werden vorbeugende Maßnahmen gegen Krebspilzbefall ergriffen, das Gras in den Fahrgassen gemäht, um keine Wühlmäuse anzulocken, und der Baum wird in Form geschnitten. Zum. Frühjahr hin muss die Beregnungsanlage überprüft werden. Die Beregnung ist wichtig, um die schwellenden Knospen und die Blüten mit einem umspannenden Eispanzer vor Frost zu schützen. Mittlerweile wird die Beregnung auch in den großen Trockenphasen benutzt.

Es muss maßvoll Pflanzenschutz gegen Krankheiten und Schädlinge betrieben werden. Dabei sollen die Nützlinge und der Boden geschont werden. Für eine reichhaltige Ernte ist ein warmes, sonnenreiches Frühjahr notwendig, da so die Bestäubung durch Insekten (Bienen) und Wind erfolgreich verläuft. Immer wieder muss die Grasnarbe kurz gehalten werden. Im Sommer erfolgt das Auspflücken kleiner und beschädigter Äpfel, um große Früchte zu erzielen. Zur Ernte reisen dann die Erntehelfer an - die meisten kommen aus Polen. Alle hoffen natürlich auf trockenes Erntewetter.
Gerade bei der Apfelernte spüren wir, das uns viel geschenkt wird und dass die gut Ernte nicht nur unser Verdienst ist, sondern dass darin auch immer wieder der Segen Gottes zu spüren ist.

Und den können unsere Kunden ganjährig im Hofladen in Dingwörden schmecken - einheimische, frische, vitaminreiche, schmackhafte von süß bis säuerliche Früchte - alle Sorten findet sich in unserem Sortiment. Ein Apfel jeden Tag erhält bekanntlich gesund. Und der Apfel ist ein besonderes Zeichen der Hoffnung - sonst hätte Martin Luther wohl nicht gesagt:
„Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen."

Ilse Cordes, Dingwörden