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Mein liebstes Bibelwort
Wir haben zu dieser Passionsausgabe des Gemeindebriefes Menschen um ihr liebstes Bibelwort gebeten, die mit Leid und Leiden ganz direkt konfrontiert werden - Menschen, die als Feuewehrmann oder als Notarzt so manches Mal dem Tod direkt in die Augen sehen müssen. Wie gehen Sie damit um? Thorsten Eckhoff, Ortsbrandmeister aus Cadenberge, und Dr.Torsten Claus, Notarzt aus Neuhaus, berichten davon:
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Thorsten Eckhoff |
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Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen. Psalm 37,5
Passion, das Leiden. Wenn wir zu Einsätzen alarmiert werden, gilt es Leid abzuwehren. Besonders wenn es darum geht Menschenleben zu retten. Als Feuerwehrmann ist man für den Einsatz ausgebildet worden. Dennoch kommt jeder Einsatz plötzlich und unerwartet. In seinem eigenen Leben eingebunden, Arbeit, Familie, das Genießen der freien Zeit, seinen eigenen Gedanken nachzugehen. Dann plötzlich die Alarmierung: Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person. Umschalten, sich nur noch auf den Einsatz konzentrieren. Die Person befreien, helfen, retten. Das Gelernte in die Tat umsetzen. Schon zu oft war dieses vergebens und es konnte die Person nur noch tot geborgen werden.
Ein kurzes Gebet für das Opfer und hoffen auf Gott, dass er es wohl macht. Es wird ruhiger an der Einsatzstelle, die Nachbereitung läuft. Jetzt beginnen die Gedanken sich um die Person zu drehen. Wer war sie, wen hinterlässt sie, hat sie leiden müssen? Wie werden die Hinterbliebenen leiden, wenn sie von diesem plötzlichen Tod erfahren. Auf der Rückfahrt versucht man sich abzulenken, spricht über alles Mögliche. Zurück im Gerätehaus, das Geschehene noch mal aufarbeiten. Bei einigen Einsätzen laden wir unseren Pastor ein, der uns bei der Verarbeitung unterstützt.
Für mich ist die Zeit nach dem Einsatz die Leidenszeit. Über die Jahre, in denen man viele Unfallopfer gesehen hat, wird es für mich immer schwerer wieder abzuschalten. Die Bilder prägen sich immer tiefer ein. Die braunen Augen einer tödlich verunglückten jungen Frau vor einigen Jahren, sehe ich immer noch vor mir. Dieser scheinbar Hilfe suchende Blick ins Leere. Über all das hinweg zukommen hilft mir immer meine Frau Bärbel. Lange Gespräche nach den Einsätzen, auch mitten in der Nacht. Es ist nicht einfach wieder zurück zu schalten auf „eigenes Leben".
Auch nach Jahren, tut es immer noch gut mit Bert Hitzegrad über die Geschehnisse zu sprechen. Nicht über die Taten, die wir vollbringen, sondern über unser Leiden. Spätestens bei der nächsten Alarmierung rücken auch diese Gedanken in den Hintergrund und es gilt wieder Leiden abzuwenden. Nach unserem Leidspruch „Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr"
Thorsten Eckhoff
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Dr. Thorsten Claus |
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Lehre uns zu bedenken, daß wir sterben müssen, auf das wir klug werden (Psalm 90,12)
Es liegt in der Natur der Sache, dass man als Notarzt fast immer mit Krankheit und häufig mit Sterben und Tod konfrontiert ist. Einerseits ist verantwortungsvolle Arbeit zum Wohle der Patienten ohne eine gewisse professionelle Distanz nicht möglich. Andererseits darf dies nicht zu einem Verlust von Mitgefühl und Emotionen führen. Der Beruf des Notarztes ist also immer eine Gratwanderung.
Allerdings gibt es auch nach vielen Jahren immer noch, und leider immer wieder, Einsätze, die einen ob ihrer entsetzlichen Sinnlosigkeit sprach- und fassungslos zurücklassen. Dies sind vor allem Unfälle, bei denen junge Menschen auf schreckliche Weise aus dem Leben gerissen werden.
Wie geht man damit um?
Mir wird dann immer wieder in besonderer Weise die Vergänglichkeit unseres Lebens bewusst und meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen. Rückhalt finde ich in solchen Situationen in meiner Familie, in Gesprächen mit Freunden und auch in meinem Glauben, der mir in diesen dunklen Momenten auch die Kraft und das Wissen gibt, zusammen mit allen Beteiligten Menschen helfen zu können. Während man als Notarzt, Rettungsassistent, Seelsorger oder Polizist seinem Beruf nachgeht, sind die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren und der Hilfsorganisationen ehrenamtlich Tag und Nacht bereit sind, Menschen in Not zu helfen und demonstrieren damit christliche Nächstenliebe. Davor habe ich großen Respekt.
Dr. Thorsten Claus
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