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AltarNativer Gottesdienst in der Faschingszeit |
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Maskenball des Leben
- ein bunter Gottesdienst mit Theaterszenen, Interviews und erstmalig dem Spielmannszug Cadenberge in der St.Nicolai-Kirche zu Cadenberge -
In seiner Predigt schaute Pastor Bert Hitzegrad hinter die Masken:
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Spaß, einmal die Maske zu tragen |
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Bei unseren kleinen Theaterszenen fehlt noch der Hinweis: „Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig ...”, aber heute Abend doch gewollt. Denn tagtäglich findet unser „Maskenball des Lebens” statt. Und das ist dann nicht nur witzig, immer den Schein zu wahren, sich hinter der Maske zu verbergen, sondern das kostet Kraft, das macht Mühe sich immer wieder zu verstecken, und nie, nie darf ich „ich selbst” sein.
Klar, es macht einfach auch Spaß, einmal die Maske zu tragen und beim Fasching in eine ganz andere Rolle zu schlüpfen. Die tollen Tage haben ja schon begonnen. Für einen Abend, eine Nacht Hippy oder Pippi zu sein, Pirat oder Revolverheld, oder das graue Mäuschen legt kräftig Farbe auf und wird zum Star des Abends.
Manchmal klappt es, manchmal auch nicht.
Ich erinnere mich an ein Faschingsfest bei unserer Kindergruppe. Da meinte meine Frau, es wäre eine gute Idee, mich als Storch zu verkleiden. Als Pastor hat man ja ohnehin eine große Klappe, zumindest viel zu sagen. Doch der Schnabel wurde noch größer und ich bekam ein weißes Federkleid dazu. Ich war ein stolzer Storch, das muss ich schon sagen, nur als ich in der roten Strumpfhose über die grüne Weise watete, da erntete ich doch reichlich Gelächter: Meine männlichen Beine waren wohl nicht ganz so grazil wie beim Original.
Verkleiden macht Spaß, kann Spaß machen. Und manchmal ist verkleiden auch wichtig. Eine Maske zu tragen, kann ja auch schützen, ganz positiv. Die Feuerwehrkameraden wissen das von ihren Einsätzen, ohne die Schutzmaske wäre es oft viel zu gefährlich.
Und auch unsere täglichen Masken tragen ja zu unserem Schutz bei: Ich kann nicht jedem auf der Straße mein Herz ausschütten, weil es mich in meinem Leben umgehauen hat - also lächle ich. Und klar, als Pastor, schlüpfe ich auch in viele Rollen, gleich nach der Beerdigung, voller Ernst und Traurigkeit, kommt der Konfirmandenunterricht, da wollen Jungendliche auch mal locker angesprochen werden und vielleicht ist abends noch ein Taufgespräch bei jungen Eltern, die sich über ihr Kind freuen - und ich freue mich mit! Zum Problem wird es nur, wenn ich gar keine Möglichkeit mehr habe, ich selbst zu sein, kein Ort, kein Raum, an dem ich die Maske abnehmen kann.
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Wer bin ich? |
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Hinter den Masken, hinter unserem Thema heute Abend steht natürlich die Frage: Wer bin ich?
Der Konfirmand hinter der „Coolness-Maske”? Coole Hosen, coole Schuhe, coole Mütze, cooler Gesichtsausdruck. „Singen, ne, singen find ich blöd. Bibel aufschlagen? Ne, das ist was für Weiber, das ist uncool.” Und wer verbirgt sich hinter der Maske? Vielleicht jemand, der ganz unsicher ist, der Musik eigentlich gut findet, auch Singen, nur die Stimme ist gerade im Stimmbruch. Auch ‘was Neues hören und lesen, das ist spannend, das kann einem helfen, sich im Leben zurecht zu finden, sich zu orientieren ... Auch das mag er gern, nur was sagen die anderen? Wer das zugibt, der ist uncool!
Wer bin ich! Der Spaßmacher, der immer nur seine „Spaß-und-Fun-Maske” trägt? Hauptsache Lächeln, Dabei gibt es schon Themen, die ihm an die Nieren gehen, neulich als der Nachbar so früh gestorben ist, den er so gern mochte. Aber lieber nicht dran denken, die Maske auf und einen Joke erzählt, und die anderen lachen und die schweren Erinnerungen sind weg.
Wer bin ich? Der Dauergrinser mit der „Es-geht-mir-gut-Maske”? Nur nicht anmerken lassen, dass ich da ein Problem habe. Nur nicht sagen, dass mir das manchmal schwer fällt, Haushalt, Beruf und die Kinder unter einen Hut zu bringen. Nur nicht sagen, dass es auch in der Ehe manchmal kriselt, und die Sache mit dem pflegebedürftigen Vater fast meine letzten Kräfte kostet ...
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Bin ich tief drinnen ein ganz anderer? |
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Wer bin ich? Bin ich das, was ich nach außen hin zeige, als Schein bewahre - oder bin ich tief drinnen ein ganz anderer? Bin ich der, für den mich die Leute halten? Je wichtiger, desto höher klettere ich auf der Karriereleiter. Mein voller Terminkalender signalisiert: „Achtung: Hier kommt jemand mit größter Bedeutung”. Und wenn ich wenn meinen Job verliere, wenn ich aus Altersgründen nicht mehr die Leistung eines 30jährigen bringe, bin ich dann niemand mehr, weil mein Image, das Bild nach außen dann zusammenfällt?
Wer bin ich? In der Beziehung zu anderen Menschen wollen wir dem Bild entsprechen, das andere von uns haben. Aber es geht auch anders: Dort, wo Vertrauen entsteht, wo Menschen eine tiefe Beziehung haben, da können wir Masken langsam fallen lassen, da können wir so sein wie wir sind.
Die tiefste, die intimste Beziehung, grenzenloses Vertrauen schenkt uns Gott, vor ihm erkennen wir, wer wir sind.
Im Psalm 139 heißt es: Du weißt, wie es um mich steht, Gott. Und du kennst meine geheimsten Gedanken. Du siehst meine Sorge und Angst. Du siehst meine Fluchtwege. Du blickst hinter die Maske, die ich aufsetze. Du siehst mich, wenn ich von großen Dinge träume, die ich tun will. Und wenn ich versage statt das notwendig zu tun. Keinen Schritt, den ich gehe, den du nicht begleitest. Kein Wort, das ich spreche, das du nicht hörst, ehe es laut wird. Du hast mich geschaffen im Leib meiner Mutter. Du hast mich wunderbar gemacht und einzigartig. Mit deinen Augen hast du mich schon angesehen als ich noch nicht geboren war. Und meine Tage lagen schon vor dir wie ein aufgeschlagens Buch. Du weißt wie es um mich steht, Gott!
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Schwächen gehören zu mir wie meine Stärken |
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Wer bin ich? Wenn ich wissen will, wer ich wirklich bin, muss ich mir eingestehen, dass ich auch schwach bin. Schwach zu sein, ist zwar ein unangenehmer Gedanke, den wir gern verdrängen. Aber die Schwächen gehören zu mir wie meine Stärken. Genauso wie meine Sehnsüchte und Wünsche. Vor Gott liegt das alles offen, keine Maske kann es verdecken, keine Flucht in irgendeine Rolle, die ich spiele, kann ihn täuschen. Aber das ist gerade entlastend und nicht beängstigend: Wunderbar sind wir von Gott gemacht, einzigartig. Deshalb liebt Gott uns eben auch ohne die Maske des Erfolgreichen, auch ohne die Maske des netten Menschen, auch ohne die Maske des guten Christen. Gott sieht hinter die Masken, er sieht ins Herz - und findet dort unsere ungelebten Sehnsüchte, unsere Schwächen, die wir vor anderen verbergen. Und vor ihm dürfen wir arm und schwach und klein und gering sein, er war es auch, an unserer Seite. Ihm können wir zeigen, wo wir dem nicht entsprechen, wie wir sein könnten oder wie wir sein wollen. Und dann können unsere Schwächen bei Gott zu Stärken werden.
Wer bin ich: Ein Mensch, der geliebt werden möchte. Ein Mensch, von Gott geliebt.
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Immer wieder verbergen wir unser Gesicht hinter einer Maske. Wir tragen Masken, um zu gefallen. Wir verstecken uns dahinter, um unser wirkliches Gesicht zu verbergen. Um für andere nicht wie ein offenes Buch zu sein.
Wir verstecken uns hinter Masken.
Um die Tränen, Ängste und Sorgen nicht zu zeigen, um nicht durchschaubar zu sein. Wir tragen Masken, aus Angst, verletzt zu werden, weil wir uns oft nicht mehr ohne sie auf die Straße trauen.
Wir tragen Masken, weil wir uns an sie gewöhnt haben. Manchmal ist unser Gesicht wie zu einer Maske erstarrt, ist harrt und leblos geworden. dann ist es gut, wenn uns die Maske abgenommen wird oder wir in einem geschützten Raum unser Gesicht hinter der Maske zeigen können. Dann gewinnt unser Gesicht wieder seine Lebendigkeit zurück, Die erstarrten Züge werden wieder weich.
Und dann spüren wir: Wunderbar sind wir gemacht - von Gott. Vor ihm können wir deshalb so sein, wie wir sind, können die Masken abnehmen, unser Gesicht zeigen, wie es ist ... Amen
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Spielmannszug in der Kirche |
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Der Spielmannszug Cadenberge e.V. bereitet sich zur Zeit auf seine Reise nach New York im September vor. Erstmalig spielte der Spielmannszug in der Cadenberger St.Nicolai-Kirche.
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