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,Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
„Euer Herz erschrecke nicht!“ Das klingt irgendwie nach: ‚Hab keine Angst, Kopf hoch, wird schon wieder!‘ Und es stimmt ja tatsächlich, dass wir solche Worte zu hören bekommen oder auch selbst wählen, wenn wir nicht so recht weiter wissen und wenn wir nicht wissen , was wir sagen sollen, vor allem dann nicht, wenn jemand anderes schweres erlebt und wir nicht einfach nur sprachlos sein wollen. Euer Herz erschrecke nicht!‘ – Das sagt sich so leicht, das wird schnell mal eben als Antwort für alle Fälle rausgeholt, so als kleiner Mutmacher, wenn anderes nicht zu helfen scheint.
Aber was hilft das allein schon, dass wir nicht erschrecken sollen, dass wir also mutig und zuversichtlich durchs Leben gehen sollen, wenn das Leben manchmal Erschreckendes zu bieten hat und wenn dann Dinge passieren, die uns die Sorgenfalten auf die Stirn treiben? Nicht erschrecken? Ja, das wäre schön, nur wie mache ich das?
Denn jeden Tag hören wir von Dingen, die uns erschrecken. Manchmal mag man die Nachrichten im Fernsehen gar nicht mehr sehen. Naturkatastrophen erschrecken uns, vor allem, wenn es viele Opfer zu beklagen gibt. Kriege und Terroranschläge erschrecken uns und genau so Gewaltausbrüche, z.B. an Schulen, wenn plötzlich einer Amok läuft. Uns erschreckt aber auch, wenn jemand, den wir kennen, ganz plötzlich an die Grenze seines Lebens hier auf der Erde kommt. Und dann sind da noch die bangen Fragen nach der Zukunft: Wie wird es denn weitergehen mit der Finanzkrise? Werden wir es bald mit einer massiv steigenden Arbeitslosigkeit zu tun bekommen? Was ist, wenn ich selbst davon betroffen bin? Und wie steht es mit dem Klimawandel? Das ist auch so ein Stichwort, das manch einen erschrecken lässt, besonders hier bei uns an der Küste. Also: „Euer Herz erschrecke nicht? Kopf hoch, wird schon irgendwie werden? Vielleicht kommt alles ja gar nicht so schlimm, wie man denkt?“
Meint Jesus seine Worte so und hat er sie damals so gemeint, als er mit seinen engsten Freunden zusammen war und sich langsam von ihnen verabschiedete, weil er wusste, das in Jerusalem der Tod am Kreuz auf ihn warten würde?
Denn genau das war die Situation damals. Da ging es nicht um oberflächliche Beschwichtigung. Aber gerade darum sagt Jesus: „Euer Herz erschrecke nicht!“ Er möchte, dass seine Freunde ihren Weg mit ihm auch weiter gehen, nachdem er nicht mehr leiblich bei ihnen ist und dass sie diesen Weg mit Mut und Zuversicht gehen. Darum spricht er so. Und darum fordert er sie auf zu glauben, an Gott und an Ihn, an Jesus. Er fordert sie auf zu vertrauen und sich auf den Weg, den sie begonnen haben, auch weiter einzulassen. Wenn sie erschrecken, weil sie sich verlassen fühlen, dann sollen sie sich ganz auf Gott und auf ihn, Jesus, verlassen. Und das heißt, dass sie ihr Leben an ihn hängen, dass sie es Gott glauben, dass er für uns Menschen ist, dass sie darauf vertrauen, dass sie Gott gesehen und kennen gelernt haben, als sie mit Jesus unterwegs waren, dass sie es Jesus glauben, dass er allein es ist, der ihren Lebensdurst und Lebenshunger stillen kann. Darum: „Euer Herz erschrecke nicht! Denn wenn ihr an mich glaubt, wenn ihr mir glaubt, dass ich euch Gott zeige und ihr ihn seht, wenn ihr mich seht, dann seid ihr in allem, was passiert, nicht allein, dann dürft ihr euch getragen wissen, auch wenn es dicke kommt!“ Das sagt Jesus damals ganz bewusst. Und es sagt der, der genau weiß, was es heißt, wenn es dicke kommt. Ein Künstler hat es auf einem Bild zu dieser Jahreslosung so dargestellt: Da sind oben im Bild zwei helle Kreise zu sehen, der eine für Gott und der andere für Jesus, erkennbar an dem Kreuz, das durch den Kreis hindurchgeht. Und dieses Kreuz, und das ist das Entscheidende, reicht bis ins das Dunkel der Welt und der Menschheit, bis dahin, wo die Kreuze aufgestellt werden, weil sich Leid und Tod breit gemacht haben. An diesen Jesus sollen wir glauben, an den Jesus, dessen Leben, Sterben und Auferstehen bis in die tiefsten Tiefen alles Lebens reicht. Dann glauben wir an Gott, den Schöpfer und Erhalter alles Lebens, der möchte, dass wir mit der Fülle seiner Schöpfung leben. Solches Leben von Gott zu erwarten, danach Ausschau zu halten und es sich dann von ihm schenken zu lassen, das meint ‚glauben‘, mich auf ihn zu verlassen, darauf, dass er mich nie verlassen wird.
An Gott glauben, ja, irgendwie schon, sagen manche Menschen heute. Aber an Jesus? Das fällt manch einem schwer. Umfragen bestätigen dies immer wieder. Aber dennoch bleibt es dabei: Wir heißen Christen, weil wir Gott nicht anders kennen lernen als durch Jesus. Wir können nicht an Jesus vorbeisehen, wenn wir auf Gott blicken wollen. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! “, sagt Jesus einige Verse später im Johannesevangelium. Darum gehört beides so dicht zusammen: „Glaubt an Gott und glaubt an mich“, spricht Jesus. Ja, und das ist auch entscheidend: Dass ER, Jesus, spricht! Auch heute noch. Er ist schließlich nicht nur der gute Mensch von damals, sondern der auferstandene Herr und Bruder, der auch heute reden will. Und darum wünsche ich uns, dass wir auch im neuen Jahr 2010 die Erfahrung machen: Er spricht! Zu mir. Seine Worte gelten mir ganz persönlich und erreichen mich mit der gleichen Kraft, wie sie die Menschen damals erreicht haben - im Gottesdienst, mitten im Alltag, während der Arbeit oder in einem entspannten Augenblick, in einer menschlichen Begegnung oder gerade auch im Alleinsein. Und vielleicht hilft es besonders, wenn wir ab und zu immer wieder einmal still werden und uns Zeit nehmen, um auf ihn, Jesus, zu hören, auf das Reden Gottes. Jesus selbst hat es als Mensch auch so gemacht und hat sich immer wieder einmal zurückgezogen.
Verschiedene Kirchen, Gemeinden, christliche Organisationen und Einzelpersonen haben darum ein „Jahr der Stille“ ausgerufen, nicht um ein Jahr lang gar nichts mehr zu sagen, sondern um im kommenden Jahr einmal besonders solche Zeiten der Stille mit unserem Gott, mit Jesus zu suchen, allein oder mit anderen. Vorschläge zur Gestaltung gibt es viele. Sie werden den einen und anderen im Lauf des Jahres hören und erleben können. Einen Moment der Stille suchen, auf Jesus hören und damit rechnen, dass er spricht. Und dann werden die Worte der Jahreslosung hoffentlich zu Ihrer und Eurer ganz persönlichen und ganz aktuellen Erfahrung: Jesus Christus spricht: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“
Ein gutes, gesegnetes und zuversichtliches Jahr 2010 wünscht Ihnen und Euch
Pastor Jens Monsees
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