Jazz und Soul treffen auf Paul Gerhardt

Sarah Kaiser in der St. Nicolai-Kirche

Eine große Bühne, ein schwarzer Vorhang im Altarraum und etliche Scheinwerfer, um die Bühne ins rechte Licht zu rücken. Kein ganz gewöhnlicher Anblick in der St. Nicolai-Kirche am 22. März 2010. Auch der Rahmen mit der Bühne, der Tonqualität und besonders der von Kirchenvorsteherin Angelika Lenger organisierten Bewirtung der Besucher auf der Empore stimmten. So waren auch die äußeren Bedingungen gegeben.

Und dann das Programm: Es geht um Paul Gerhardt und seine z.T. sehr bekannten Texte, es geht um seine Person und seinen Lebensweg und das alles in Wortbeiträgen des Stuttgarter Hörfunkjournalisten und Pastors Andreas Malessa und vor allem der Musik der Berliner Jazzsängerin Sarah Kaiser, die ihre Musik und die Texte Paul Gerhardts neu verbunden hat, mal als Gospel, mal als Jazzstück, Samba oder Popsong. „Zu Gast bei dem ‚Gast auf Erden‘“ – so das Motto des Abends. Denn als einen Gast hier auf der Erde, der auf dem Weg in Gottes Ewigkeit ist, so sah sich Paul Gerhardt selbst. Ein anspruchsvolles Programm, aber voll gelungen. Und so waren die Besucher an diesem Abend auch begeistert, sowohl von der Musik von Sarah Kaiser und ihrer hervorragenden Band als auch von der Moderation und den Texten von Andreas Malessa, der immer wieder die Bedeutung der Einsichten und Gedanken Gerhardts für unsere Zeit heute aufzeigte.

Es war ein schöner und für viele ein begeisternder Abend, so dass manch einer die Kirche mit einem Lächeln verließ. Und für uns, die wir diesen Abend z.T. lange vorbereitet hatten, war es schön zu erleben, wie alles zusammen kam, wie die Leute mitmachten und offensichtlich auch die Musiker, die Akteure auf der Bühne sich wohl fühlten. Es gab während der Probe und auch nach dem Konzert immer wieder Gelegenheit für kleine Gespräche, mit den Musikern, mit Sarah Kaiser und Andreas Malessa und damit einige Einblicke in ihr Leben und ihren Glauben, aus dem heraus sie ihre Musik, ihre Texte und ihre sonstige Arbeit gestalten.

Es war ein schönes Miteinander an diesem Tag in unserer Kirche, beim Aufbau und den Proben, beim Konzert selbst und auch danach. Eine Veranstaltung, die Lust auf mehr gemacht hat – so ähnlich oder vielleicht ja auch ganz anders.

Jens Monsees